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Plötzlich hat er es sehr eilig…

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Sonne
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Jannicks Weg auf die Welt war recht überraschend, rasant und abenteuerlich…aber fange ich mal von vorne an:

Bis zur 31.SSW lief alles super…okay…mal abgesehen von den üblichen Zipperlein (an dieser Stelle einen kurzen Gruß an den Apotheker, der sich mit meinem Rennie- Konsum vermutlich eine goldene Nase verdient hat).

Pünktlich zur 32.SSW drehte sich der kleine von SL in BEL. Daran änderte sich auch bis zur 36.SSW nichts.

Bis dahin hatte ich mir eine Spontangeburt mit so wenigen Schmerzmitteln wie möglich gewünscht. Nach unzähligen indischen Brücken, Moxa-Zigarren und sonstigen vergeblichen Versuchen den Kleinen zur Drehung zu bewegen, befasste ich mich mit dem Thema „äußere Wendung“ und Kaiserschnitt. In der 36.SSW fiel dann auch bei der Untersuchung im KHS zum ersten Mal das Wörtchen „äußere Wendung“ und „Kaiserschnitt“.

Nach neun guten Monaten wollte ich auf den letzen Metern kein unnötiges Risiko für das Kind eingehen entschloss mich nach reiflicher Überlegung für einen geplanten Kaiserschnitt. Eine äußere Wendung war nicht mehr möglich, da schon Ende der 37.SSW nicht mehr genug Fruchtwasser vorhanden war. Am Montag, den 2.2.2009 sollte es dann soweit sein…der große Tag für den geplanten Kaiserschnitt. Bis dahin hatte ich mir vorgenommen, die freie Zeit noch mal ausgiebig zu genießen und die Seele baumeln zu lassen.

Da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht - Jannick hatte da andere Pläne:

Eine Woche vor dem geplanten und 12 Tage vor dem eigentlich errechneten Entbindungstermin entschloss sich der kleine Mann zum freiwilligen Auszug.

Gegen 5.40 Uhr wurde ich wach und musste zum gefühlten 256igsten Mal in dieser Nacht zur Toilette und fluchte schon leise vor mich hin…denn es tröpfelte verdächtig. „Super…jetzt werde ich auf die letzten Tage auch noch inkontinent!“ Bis zur Toilette kam ich nicht mehr, denn im Flur machte es “Plopp“ dicht gefolgt von einem „Platsch“ (zum Glück haben wir Laminat)….die Fruchtblase war geplatzt.

Meine ersten drei Gedanken waren „Sch***, Sch***, Sch***!“ Dann erinnerte ich mich an die Worte der Hebamme im KHS: „Ab in die Horizontale, Po hoch und nicht mehr aufstehen“. Also sauste ich schnell zurück ins Bett, schnappte meine Decke und das Kissen und rührte mich nicht mehr von der Stelle…oh Mann…ich musste aber immer noch auf’s Klo! Mein armer Mann war inzwischen aus seinem Tiefschlaf hoch geschreckt. Der Ärmste wusste im ersten Moment gar nicht wie ihm geschah, griff dann aber auf meine Anweisung hin das Telefon und wählte die 112…um wenig später panisch zu reklamieren „DA GEHT KEINER RAN!“ Gleiches Spiel beim Anruf im Kreißsaal. Also verlangte ich das Telefon und erledigte die Anrufe selbst.

Keine 10 Minuten später war der Rettungswagen da und auch mein Mann hatte nach dem Schreck wieder einen klaren Kopf.

Die Sanitäter waren sehr nett und ruhig…noch…im Moment gab es auch keinen Grund zur Hektik. Blöderweise ist unser Treppenhaus so eng, dass die Trage nicht brauchbar war. Also rückte neben Rettungswagen auch noch die Feuerwehr mit neun Mann an, um das dicke Walross (also mich) in einem Rettungstuch die Treppe runter zu tragen. Auf der Straße standen nun ein RTW und ein Löschfahrzeug, beide mit Blaulicht (man mag’s kaum glauben…die Nachbarn haben nix mitbekommen!).

Kaum im RTW angekommen und verzurrt setzten bei mir die Wehen ein, die schnell an Intensität zunahmen. Ab da wurden dann auch die Sanis nervös, denn ich hatte vorher das Wörtchen „Beckenendlage“ erwähnt. Kommentar des begleitenden Sanis zum Fahrer: „Mach mal schneller da vorne!“…sprich es war Zeit für die Randaleleuchte. In Frankfurt hat man sonst stadteinwärts NIE grüne Welle…nur an diesem Morgen. Wie gerne hätte ich mal ein „Lalülala“ von innen gehört…na ja, egal.

Im Krankenhaus angekommen war ich sehr erleichtert nun in fachkundigen Händen zu sein. Es wurde ein allerletztes Mal Ultraschall gemacht um zu sehen, ob sich der Kleine nicht vielleicht doch im letzten Moment gedreht hatte. Dem war leider nicht so. Die Wehen wurden immer stärker und dann ging alles ganz schnell:

Die Hebamme half mir beim Umziehen (ich musste immer noch auf’s Klo, durfte aber nicht!) und dann wetzte ich mit offenem Klinikhemd übern Gang in den OP. Mein Mann durfte sich auch umziehen und kam nach gelegter Narkose und Katheder zu mir. Im Grunde hätte man mir jeden ans Kopfende setzen können – ich habe den Guten nämlich erst gar nicht erkannt, dachte noch „Na der Pfleger wird aber schnell zutraulich!“

Keine 30 Minuten später ertönte der erste Schrei unseres kleinen Sonnenscheins. Das war der beste Moment überhaupt…ich musste erstmal kurz heulen…vor Glück und Erleichterung. Nach dem ersten Check durch den anwesenden Kinderarzt wurde uns ein gelbes Handtuchbündel, aus dem ein winziges feuerrotes Köpfchen schaute, an die Seite gelegt und wir durften mit dem Kleinen kuscheln. Mein Mann begleitete die Hebamme später in den Kreißsaal, während ich vernäht wurde.

Als die Ärzte „das Schlachtfeld aufgeräumt“ hatten, konnte ich endlich zu meinen beiden Lieben. Jannick lag die folgenden 6 Stunden bei mir im Arm und auf der Brust. Ich habe zwar geschwitzt wie ein Schw***, aber die Kuschelei war soooo schön…so beruhigend…so einmalig einprägend. Mir fehlen noch immer die Worte…

Trotz des Kaiserschnitts habe ich nicht das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben. Alles in allem haben wir zum richtigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung getroffen. Bleibt nur zu sagen: Jannick, willkommen im Leben!

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Schön, dass alles gut gegangen ist; hast zwischendurch bestimmt auch ein wenig Panik gehabt? ;)

Jap...ich war sehr, sehr froh als wir im KHS ankamen. Die Wehen gingen so schnell los, dass ich Angst hatte den Zwerg im RTW zu kriegen (ich glaube, die Sanitäter hatten da auch Angst vor!)...zumal ich völlig ahnungslos war und noch die Worte einer Kollegin im Hinterkopf hatte, bei der es nach Blasensprung nur eine halbe Stunde gedauert hatte bis der Krümel da war. Da hatte ich schon "dezent" Panik!

LG,

Heissi

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(ich glaube, die Sanitäter hatten da auch Angst vor!)

....haben sie! Ich bin selber im Rettungsdienst tätig und wenn bei uns die Leitstelle den Notfall, Schwanger und Wehen weitergibt, werden meine männlichen Kollegen schon richtig blass und wollen eigentlich gar nicht wirklich losfahren vor lauter "Schiß". Sie sind dann immer froh, wenn eine weibliche Person mit im Team ist, weil dann kann sich die um die Patientin kümmern...:D

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Was erst noch zu beweisen wäre...ich komme immer an ner Arztpraxis vorbei...da spielen sich parktechnische Dramen ab - und da sitzen nicht immer Frauen am Steuer :D Am besten ist's noch wenn erst zwei Krücken aussteigen und dann der Fahrer :eek:

Ich hatte aber auch das Gefühl, dass der männliche Sanitäter sehr froh war zu fahren ;)

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