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traurige gedanken- simon, celia, luna

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Guest SaMi08
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Mein kleiner wunderschöner Sohn,

auch Du durftest nicht leben. Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen bist Du gestorben, während Deiner Geburt. Ich gebe mir die Schuld daran, obwohl ich weiß, dass ich nichts dafür kann. Es ist mein Körper, der Dich nicht halten wollte, warum auch immer. Mir fehlen die Tränen, die ich um Dich weinen möchte, ich halte die Sehnsucht nicht aus und dränge sie immer wieder ganz weit von mir weg.

Mein kleiner Sohn, ich kann dich nicht erreichen

kann dich nicht spüren, kann dich nicht streicheln.

Ich habe nur Worte und die sind leer,

ich habe nur Tränen und nicht mehr.

Meine Hände wollen dich berühren,

wollen deine Wärme spüren,

doch fühlen sie nur die Kälte, den Tod.

Und jetzt bleibt mir gar nichts, nur die Erinnerung

an eine Zeit mit dir und ohne dich.

Das ist mir einfach nicht genug!

Du warst in mir, doch ich kenne dich nicht.

Ich habe nichts, hab nur einen toten Sohn.

Mit Schmerzen habe ich dich geboren,

ich streckte die Arme aus und schon

hatte ich dich bereits verloren.

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livi, danke. nein, was mutterliebe bedeutet, weiß ich, glaub ich, nicht. irgendwie frage ich mich schon, wie man eine mutter sein soll ohne kind. irgendwas sind wir alle wohl, wir sterneneltern, aber richtige eltern doch erst, wenn wir auch kinder an der hand haben, die uns brauchen. so wie du deine kleine süße liv. ich freu mich so sehr, dass du sie hast!!!

simon ist nun schon sechs wochen tot, so langsam begreife ich es.

ei, wer weiß schon, wies weitergeht. aber eines weiß ich, eine mama bin ich nicht.

lieben gruß,

sandra

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ich weiß nicht ob das hier reingehört aber ich möchter gerne was sagen wenn ich eure texte so lese kommen mir die tränen ..es sind alle altersklassen vertreten und bei manchen steht nicht warum es passieren musste (meine jetzt bei welchen die schon paar jahre alt waren) aber ich finde es so schlimm das sowas überhaupt passieren muss vorallem weil es meistens denen passiert die sich nichts mehr als ein Kind wünschen.

Wenn ich könnte würde ich euch alle ganz ganz ganz doll drücken und mit euch trauern ich wünsch euch allen das eure wünsche irgendwann in erfüllung gehen und das ihr irgendwann mir diesem schlimmen schicksal klar kommt ..

Lieben Gruß

Edited by Mini
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livi, danke. nein, was mutterliebe bedeutet, weiß ich, glaub ich, nicht. irgendwie frage ich mich schon, wie man eine mutter sein soll ohne kind. irgendwas sind wir alle wohl, wir sterneneltern, aber richtige eltern doch erst, wenn wir auch kinder an der hand haben, die uns brauchen. so wie du deine kleine süße liv. ich freu mich so sehr, dass du sie hast!!!

simon ist nun schon sechs wochen tot, so langsam begreife ich es.

ei, wer weiß schon, wies weitergeht. aber eines weiß ich, eine mama bin ich nicht.

lieben gruß,

sandra

*reinschleich* würd mich auch nicht als mama bezeichnen, meine Schwester (mit 2 Kindern) hat mir da wiedersprochen, sie meinte, ich sei vielleicht nicht greifbar Mutter, und wenns um Erziehungsdinge geht etc. aber emotional sei ich Mutter.

Fand das irgendwie schön, weiss auch nicht. ich käm nie auf die Idee, bei Erziehungsdiskussionen mitzureden, sag selber auch, ich hab ein Kind aber bin nicht Mutter, aber kurz reinfühlen, was es bedeutet so stolz auf dies kleines Wesen zu sein, reinfühlen, was es bedeutet, etwas in sich wachsen zu lassen, zu gebären, auch wenn Minchen kleiner war als ein Kind bei der regulären Geburt; ich durfte mein Kind halten, anschauen, fühlen, riechen, lieben, also denk ich (nach langen Überlegungen) dass meine Schwester nicht unrecht hatte. ich weiss wie diese Liebe sich anfühlt und ich denke, was ich gelesen hab, hast Du sie auch gespürt.

Sie ist da, auch wenn sie halt nicht wie bei anderen Müttern jeden Tag aufs neue aktiviert wird...öh hoff Du verstehst was ich mein. Eben, man konnt mal schnell "reinfühlen", also kann man irgendwie auch nicht sagen, keine Mutter zu sein. Zumindest eben, emotional.

Schön Dich wieder zu lesen , hab von eurer Hochzeit gelesen etc. klingt sehr schön.

Denken oft an Euch. Ganz liebe Grüsse, Lina (Morla)

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hallo lina,

wie gehts dir und dem kleinen krümel?

das mit dem muttersein ist für mich deshalb ein problem, weil ich mich dann, wenn ich mich als mutter fühle, sehr fremd in dieser gesellschaft fühle. ich versuche, das zu erklären. simon hat offiziell gar nicht existiert, celia schon, aber was sind schon 42 minuten in unserer welt? ich kann von meinen kindern nicht viel erzählen, kann sie niemandem zeigen, kann nicht auf sie reagieren. das macht es schon mal für mich schwer. und die anderen? nun, für die sind sie nicht da, waren sie auch nie wirklich da. wenn ich also sage, dass ich eine mutter bin, so wird das niemand wirklich verstehen.

das andere ist das gefühl, das hat ja mit der gesellschaft nichts zu tun. ich kenne den stolz und die liebe auch, aber immer wenn ich mir erlaube, sie zu fühlen, halte ich den schmerz, der beide begleitet, kaum aus. ich kann nicht einfach nur die liebe spüren ohne diese unglaubliche sehnsucht.

nun habe ich ja den vorteil, das alles schon dreimal erlebt zu haben, ich weiß also auch, dass sich das ganze verändert, dass der schmerz sich verändert und dann irgendwie leichter zu ertragen ist. aber im moment fällt es mir sehr schwer. ich suche nach dem platz in meinem leben und in der gesellschaft, an dem ich mich wohlfühlen kann und nicht nur irgendwie unvollständig. ich muss lernen, auch ohne kinder ein schönes leben zu führen. nach celia hatte ich die gewissheit, es auf jeden fall nochmal versuchen zu wollen, ich dachte mir, ich hätte einfach nur das eine mal pech gehabt. nach luna war die hoffnung ziemlich am ende, aber ich dachte, gut, das kann auch passieren. aber jetzt, nach simon, ist das schon etwas anderes. ich muss mich darauf einstellen, dass ich nie ein gesundes baby im arm halten werde. das macht es mit dem platzfinden nicht einfacher.

aber: so wie mir gehts einigen hier und deswegen will ich auch nicht weiterjammern.

es gibt ja auch andere, die zeigen, dass es auch hoffnung geben kann, unter anderem ja du. das ist schön!

ich drück dich.

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hallo lina,

wie gehts dir und dem kleinen krümel?

das mit dem muttersein ist für mich deshalb ein problem, weil ich mich dann, wenn ich mich als mutter fühle, sehr fremd in dieser gesellschaft fühle. ich versuche, das zu erklären. simon hat offiziell gar nicht existiert, celia schon, aber was sind schon 42 minuten in unserer welt? ich kann von meinen kindern nicht viel erzählen, kann sie niemandem zeigen, kann nicht auf sie reagieren. das macht es schon mal für mich schwer. und die anderen? nun, für die sind sie nicht da, waren sie auch nie wirklich da. wenn ich also sage, dass ich eine mutter bin, so wird das niemand wirklich verstehen.

das andere ist das gefühl, das hat ja mit der gesellschaft nichts zu tun. ich kenne den stolz und die liebe auch, aber immer wenn ich mir erlaube, sie zu fühlen, halte ich den schmerz, der beide begleitet, kaum aus. ich kann nicht einfach nur die liebe spüren ohne diese unglaubliche sehnsucht.

nun habe ich ja den vorteil, das alles schon dreimal erlebt zu haben, ich weiß also auch, dass sich das ganze verändert, dass der schmerz sich verändert und dann irgendwie leichter zu ertragen ist. aber im moment fällt es mir sehr schwer. ich suche nach dem platz in meinem leben und in der gesellschaft, an dem ich mich wohlfühlen kann und nicht nur irgendwie unvollständig. ich muss lernen, auch ohne kinder ein schönes leben zu führen. nach celia hatte ich die gewissheit, es auf jeden fall nochmal versuchen zu wollen, ich dachte mir, ich hätte einfach nur das eine mal pech gehabt. nach luna war die hoffnung ziemlich am ende, aber ich dachte, gut, das kann auch passieren. aber jetzt, nach simon, ist das schon etwas anderes. ich muss mich darauf einstellen, dass ich nie ein gesundes baby im arm halten werde. das macht es mit dem platzfinden nicht einfacher.

aber: so wie mir gehts einigen hier und deswegen will ich auch nicht weiterjammern.

es gibt ja auch andere, die zeigen, dass es auch hoffnung geben kann, unter anderem ja du. das ist schön!

ich drück dich.

Ok, jetzt versteh ich was Du meinst, ich seh da halt einfach, was ich innerlich fühl das Ganze betreffend, eben die emotionale Seite. Wenn ich gefragt werd, sag ich schon, dass es mein zweites Kind ist, aber wie Du auch sagst, mehr kann man dazu nicht sagen, es gibt nix zu erzählen, und gerade bei sowas ist irgendwann alles erzählt, man hat das kleine Menschlein (oder die kleinen Menschlein) ja nicht mal wirklich gekannt. Das mit der Sehnsucht kenn ich von Minchen, manchmal würd ich so gerne einfach so an sie denken, wie sie ausgeschaut hat, sich angefühlt hat, manchmal sehr selten gehts, aber an Tagen wie heut bspw. (oder gestern , vorgestern) kommen mir gleich die Tränen und ich hab das Gefühl es zerreisst einem. irgendwie ********, wenn mans dann darum meidet an die Kleinen zu denken, einfach weils so weh tut...

Ich wüsst nicht wie ich mich in einer Situation wie eurer verhalten würde, mein Freund und ich reden oft darüber, ich denk auch da irgendwie ists ja auch ein Prozess und wer weiss, vielleicht?

Weisst, gestern hab ich ne Sternschnuppe gesehen und du kannst mich hauen, wenn Du magst, aber ich hab mir gewünscht, dass es bei Euch, falls ihr es eines Tages doch nochmal versuchen wollt, bleibt, bis es zumindest überlebensfähig ist. Weiss auch nicht, der Gedanke kam mir plötzlich, kA. Ist mir schon klar, dass es absolut und nullstens Thema ist bei Euch grad;)(da beschäftigt mich schon die Frage, brauchst nicht antworten wenn Du keinen Nerv für hast, aber war eine Cerclage nie Thema? oder kams so plötzlich? man hört ja so oft davon?)

Mit dem Muttersein, eben, ich sag auch nicht, dass ich Mutter bin, aber ich sag, dass ich ein Kind hab...auch rein anatomisch, wenn man mal mein Skelett finden würd, könnte man sagen, dass ich schon mal geboren hab (mag bescheuert klingen, aber der Gedanke hat was für mich, weiss nicht, zumindest anatomisch...)

Mit dem Platz kann ich (glaub ich, kann nur spekulieren) schon verstehen, ist ja so ein Schwebeding...

*oben spick* hm mit der Anwesenheit, die Umgebung, merk ich jetzt auch extrem , gerade jetzt...ich bin wieder schwanger, oh wunderbar, alles wird gut, Mina ist tot, fertig...also zum Glück nicht bei ganz allen.

hm weisst, irgendwie versteh ich was Du meinst, aber irgendwie auch nicht, weil ich nicht in deinere Haut steck, kanns mir ansatzweise vorstellen aufgrund meiner Erfahrung, wies dann aber nach 2,3 mal ist...hm... Dem Bübelein gehts prächtig zum. soviel ich weiss, aber bei den ganzen Screens gabs keine Aufälligkeiten etc.bin optimistisch im gross und ganzen. Er ist jetzt ne Woche und einen Tag älter als Minchen bei der Geburt war...manchmal schleicht sich schon die Angst ein, bis zur 24 Woche hätt ichs irgendwie gekannt, wärs mir vertraut gewesen, wenn jetzt noch was *und weg verdräng*

Du jammerst doch nicht, wenn Du darüber schreibst?!

Und auch wenn Du "jammern" würdest, ich find so ein Wort in dem Zusammehang eh total unangebracht, ist ja nicht so, dass Dir die Weisheitszähne gezogen wurden oder so...

Weisst ich bin ehrlich froh, Dich so zu lesen, naja es ist schwer übersehbar, dass es mich echt beschäftigt, weils halt irgendwie schon so ne Ururangst ist, was Euch passiert ist, gerade und erst recht in ner Folge-Sw und ich bin echt erleichtert Dich so zu lesen, wie du, öh schreibst, hab mir echt Sorgen gemacht, als ich gesehen hab, was passiert ist. Aber ist wohl wieder so eien Situation wo man eigentlich erst wirklich was sagen kann, wenn man selber drinsteckt, man es sich gar nicht vorstellen kann....

Dickknuff zurück!!

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ich habe mir überlegt, dass es wohl doch noch einiges zu sagen gibt und dass wir hier einen besseren platz haben als bei "unseren sternchen" oder auch im wunschtagebuch.

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@lina

ich glaube schon, dass du ganz gut nachvollziehen kannst, wie es mir geht, denn die gefühle ändern sich im grunde eigentlich nicht. es stirbt ein kind, nicht mehr oder weniger. und das kennst du auch.

natürlich ist es ein thema, ob wir es wieder versuchen. nur ist es im moment eben so, dass ich einfach nur unglaubliche angst davor habe, dass ich immer und immer wieder mein totes baby im arm halte und dass nie eins lebt.

ich habe sowohl meine ärztin als auch meine hebamme darauf angesprochen, ob sie den muttermund kontrollieren, weil er mir etwas kurz und sehr weich vorkam, schon einige zeit in der schwangerschaft. aber sie haben das abgetan und ich hatte nicht den mut, mich dagegen zu wehren. vielleicht hätte eine cerclage geholfen, aber das tolle ist: von ärzten bekommt man ja nie eine antwort. ich habe auch meine hausärztin gefragt, ob ich eine muttermundschwäche habe, und die hat das als dermaßen absurd abgetan....

deswegen habe ich gerade ein problem damit, auf die medizin und ihre spielchen zu vertrauen. und das vertrauen ist so schwach, dass es meine angst nicht verdrängen kann. und wenn ich jeden tag zur untersuchung gehen würde, ich hätte wieder und wieder angst.

naja, jetzt gehts einfach wirklich mal darum, dass ich weiß, wie ich weitermachen soll. ich habe mir vorgenommen, mir doch noch hilfe zu holen, weil ich einfach nicht damit fertig werde. ich hab keine kraft mehr. aber auch zum hilfeholen braucht man kraft, ein teufelskreis.

ich freue mich so, dass es deinem kleinen sohn gut geht. das ist ein riesiges geschenk und du darfst dich auch darüber freuen. ich bin die ausnahme!!!! wenn ich lese, dass alle sich gedanken machen, die gerade ein kind erwarten, weil sie geschichten wie meine lesen, macht mich das auch traurig, weil ich nicht will, dass es angst macht. es gibt nämlich so viele andere geschichten, in denen es gut gegangen ist, und du wirst eine davon sein!!!

ich gehöre zu den ausnahme- 3%! so groß ist laut statistik die fehlgeburt nach der 16. ssw. schon verrückt, oder? habe ich zweimal einen tollen treffer gelandet!!!

dass die gedanken an mina wehtun.... ich weiß. ich habe während der schwangerschaft mit simon oft genug um sie geweint. sie werden immer fehlen und es wird immer wehtun. aber die traurigkeit gehört zu dir dazu und du musst sie auch zulassen können, denke ich. vielleicht, wenn dein kleiner da ist, oder so, keine ahnung. ich möchte gerade deswegen jetzt noch warten, weil ich die trauer brauche und die kraft brauche, auch eine erneute trauer wieder aushalten zu können. wer weiß, wie viele kinder ich noch beerdigen muss, da muss ich doch dazu in der lage sein. und das braucht noch sehr viel zeit. und überhaupt "ich bin ja noch soooo jung!"

das ist auch eine reaktion aus der umwelt. ein super trost, würde ich sagen. aber sie wissen es nicht besser.

siehst du, du hast die "kritische" zeit überstanden. ich habe mir immer gedacht, wenn das baby älter wird als celia, dann gehts gut. und das ist bei dir jetzt soweit. er ist bestimmt gesund!!!

ich glaube ganz fest daran.

so, jetzt habe ich dich zugetextet!

ich wünsch dir einen ganz tollen dienstag mit viel freude und keinen tränen...

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zutexten ist immer gut, ich liebe es, zugetxetet zu werden;)

Mann, Ärzte, als ich das gelesen; macht mich wütend sowas... WER weiss es am besten, wenn nicht die Frau selber und ich denk, auch wenn Ärzte ne Frau für hysterisch halten, es liegt nicht an ihnen da zu urteilen sondern ne Frau zu untersuchen, fertig...

Ich wusst ja bei Mina von Anfang an, dass was nicht stimmt und wurd als hysterisch und krank abgetan...zum kotzen sowas, aber echt...Fallen mir gleich 100 Geschichten ein zu Ärzten, Fehlern, abschieben etcetcetc. (mein Bruder ist u.a. deswegen behindert, andere Geschichte *kochschnaub*)

Ich kann verstehen dass es hetzt nicht gleich wieder Thema ist, vielleicht auch nicht in den nächsten ? Jahren, so hab ichs auch nicht gemeint, ich denk das Wichtigste ist, dass ihr jetzt mal zur Ruhe kommen könnt...

ich denk die Angst wird bleiben aber vielleicht kannst Du, wenn es dann wieder einmal Thema sein sollte anders damit umgehen und eben, wie Du geschrieben hast, vielleicht wirds auch besser, wenn das Kleine dann älter ist als Celia und Simon, aber eigentlich ist das ja gar kein Thema jetzt denk ich.

Zum Hilfe holen brauchst Du einmal Kraft aber dann ist wer da, wenn Dus von Dir wegschiebst fällst Du tiefer und tiefer und das ganze zieht sich ewig in die Länge (aber ich hab natürlich keine Ahnung wovon ich sprech so theramässig*lach* aber war in nem anderen Zusammenhang^^) hast Du ein Hausarzt, der Dir vielleicht ne Liste geben könnte?

Was hast Du überlegt, ambulant oder willst du, wie man so schön sagt "in Kur" gehen?

Der Vorteil, wenn Du ne Liste hast ist, dass Du einfach abtelephonieren kannst, ist ne Sache von ner Stunde, ok, die "Testgespräche" sind dann anstrengend, hm, aber eben, dann hast Dus dafür hinter Dir, die Suche, den Teufelkreis durchbrochen. denk der kurze Kraftaufwand ist sicher lohnenswert *Kraft rüber schick*

Ach wegen den Gedanken, ich denk, man macht sich immer wieder kurz Gedanken, wenn man mit dem Tod des eines Kindes konfrontiert wird, sieht, dass es eben passieren kann, aber ich denk, Frau ist da so konzipiert, dass die Angst zwar da aber relativ schnell in den Tiefen des Unterbewusstseins verschwunden ist...man hat kurz Panik, aber die geht dann auch wieder weg (sofern sich wer nicht komplett reinsteigert).

Ich hatte beim Kleinen einmal wirklich wirklich Panik ganz zu Beginn der Schwangerschaft, danach gings, ich denk, es MUSS einfach, weil man sonst ja komplett durchknallen würde die 9 Monate lang.

Wenn ich wieder Angst bekomm, dann schau ich all die Menschen an und denk mir, dass die ja irgendwoher kommen müssen...(und als nächstes frag ich mich dann, warum ich eigentlich die Überbevölkerung der Erde so unterstütze;))

An die Geschichten wos gut geht denken die wenigsten, weil es für viele einfach eine Selbstverständlichkeit ist, dass alles glatt geht. Aber ist wohl aus psychologischer Sicht auch besser so...Nur eben dann sind die Reaktionen umso mehr, wenn einem gezeigt wird, dass es eben NICHT immer glatt geht, egal wie weit die Medizin heute ist...

3% ist nicht viel, ne Spina ist 1:1000 (anbetracht von Überbevölkerung eigentlich viel) aber eben, wenn mans schon mal erlebt hat beruhigen einem solche Zahlen nicht wirklich, mir sagten sie mal was von Risiko 1:800 weil sie mich beruhigen wollte, fehlgeschlagen der Versuch...

Aber eben, ich denk ist die Kehrseite, es passiert so selten aber aufgrund des Internets trifft man die Frauen gehäuft und hat dadurch das Gefühl, es würd andauernd passieren...

Ich verdränge die Traurigkeit um Minchen nicht, wenn sie kommt, bringt ja nichts und noch hab ich die Zeit um zu trauern etc. Aber manchmal ertapp ich mich, wie ich ja, beinah wütend werd auf Minchen, weil ich nicht mehr kann, ich mag nicht mehr trauern, weinen, mag die Schmerzen nicht mehr, aber zugelassen wird alles, weil alles zum Prozess dazu gehört, ich trau da nach wie vor meiner Seele voll und ganz; die hat mich so gut begleitet bisher...

Trauer kostet verdammt viel Kraft, ich kann Dich da sehr gut verstehen...und wegschieben geht auch nicht, weil sie einem so oder so einholt...Ist ein Weg den man gehen muss, manchmal kommt wieder ein Steinschlag, manchmal ist ruhig, aber einfach Stück für Stück durch den ganzen Prozess und schauen, dass man die Wegrutsche und Steinschläge möglichst unbehelligt übersteht...

Ich wollt ja nach Minchen erst zu nem Hilfseinsatz nach Palästina, wurd dann aber schwanger und wollt da nix riskieren, aber das hab ich mir gesagt, wenn wieder was passieren sollte, dann geh ich erstmal weg, weit weit weg und lange...

Ich denk ist so wichtig dass man dennoch vorwärts schaut, Dinge hat, auf die man sich freuen kann (darum war ich auch so froh, als ich von Eurer Hochzeit gehört hab)

wollt ihr immernoch auswandern? Vielleicht wär das nicht mal schlecht oder einfach ne Weile weggehen, Distanz, viel Distanz zu dem Ganzen, zu Allem?

Ich weiss nicht aber ich könnt mir echt vorstellen, dass es gut tun würde, ok, aber da musst Du abwägen wegen Thera uns so...

Hm, beim Kleinen, ich bin bei ihm ja viel positiver eingestellt, bei Mina hab ich ja zu ner Freundin gesagt "ich glaub, dass mein erstes Kind gehen und erst mein Zweites bleiben wird" demnach müsst er bleiben, zudem hab ich immer nen kleinen Jungen gesehen, schon bevor ich schwanger war(mit ihm jetzt), er hat mir gleich nach Minas Geburt das Leben ganz schön schwer gemacht, es ging mir einfach zu schnell, hab dem kleinen Jungen dann gesagt, es sei noch nicht an der Zeit, seine Zeit würde noch kommen,ja und jetzt ist er unterwegs...

Bei ihm war ich schon in der 16 Woche oder sogar noch früher mal in der Babyabteilung um zu gucken, bei Minchen bis zum Schluss nicht. Denk Frau spürt und weiss viel (darum machen mich die ignoranten Ärzte umso wütender...)

Gesund ist er, quitschfidel mit dichtem Rücken und schönem Hirn, Gedanken macht man sich halt dennoch, aber ich denk, in dem Moment, wo man sich für ein Kind entscheidet , entscheidet man sich auch dafür (im Idealfall) ein Leben lang besorgt zu sein.

So, jetzt hab ich zurückzugetextet^^

Wie ist es mit Simon eigentlich, habt Ihr da ne Möglichkeit wegen Beerdigung? Kann er zu Celia in ner urne oder gibts da ein grosses Grab?

Schick Euch weiterhin ganz viel Kraft!!

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oh ja, zutexten und zugetextet werden ist toll.

simon ist schon beerdigt, in einem kleinen weißen sarg neben seiner schwester. das hat zum glück alles reibungslos funktioniert.

ich glaube, das ist das sicherste zeichen, wenn man sein baby schon vorher einmal "sieht". eine bekannte von mir hat ein kind verloren und als sie wieder schwanger war, hatte sie einen traum, in dem ihr ein kleiner junge nach der geburt in den arm gelegt wurde. und so wie es aussieht, ist alles gut gegangen.

ich hatte keinen richtigen traum, auch keine absolute gewissheit. ich habe immer wieder versucht, so positiv wie möglich zu denken und habe gedacht, mit meinen gedanken könnte ich es steuern oder vielleicht verhindern, dass wieder etwas passiert. aber das hat irgendwie nicht so richtig funktioniert.

ich habe eine hausärztin, aber als ich die frage nach einer kur gestellt habe, meinte sie, ich wäre ja nicht krank, die würde bestimmt nicht bewilligt werden. ich dachte jetzt an einen heilpraktiker oder so, der mir auch helfen kann, wieder zu kräften zu kommen. und vielleicht kann er auch herausfinden, warum ich die kinder nicht halten konnte...

dieser kleine junge da in deinem bauch wollte halt einfach leben, so ist das!!! :)

und es ist schön.

simon hat so glücklich ausgesehen, nach seiner geburt, als er schon tot war. ich weiß nicht genau, warum, vielleicht weil er nicht mehr leben musste (das ist die weniger schöne variante) oder weil er sich geliebt gefühlt hat (das würde ich mir wünschen)- aber er hatte nicht die kraft, so wie ich nicht die kraft hatte, durchzuhalten, einfach leben zu wollen. manchmal denke ich mir, wenn ein baby wirklich wirklich leben möchte, schafft es das auch; wie sonst könnten alkoholikerinnen babys kriegen, oder kinder abtreibungen oder ähnliches überleben?? vielleicht ist das auch eine doofe idee, keine ahnung.

jedenfalls wollte dein kleiner junge dich nicht nach palästina lassen.

kein auslandseinsatz!

ob wir auswandern, hm, keine ahnung. im moment wohl erstmal nicht. ich versuche gerade, hier in dieser welt, in dieser stadt und in meinem umfeld wieder fuß zu fassen. das ist der erste schritt.

und zutexten hilft da auf jeden fall. :)

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oh ja, zutexten und zugetextet werden ist toll.

simon ist schon beerdigt, in einem kleinen weißen sarg neben seiner schwester. das hat zum glück alles reibungslos funktioniert.

ich glaube, das ist das sicherste zeichen, wenn man sein baby schon vorher einmal "sieht". eine bekannte von mir hat ein kind verloren und als sie wieder schwanger war, hatte sie einen traum, in dem ihr ein kleiner junge nach der geburt in den arm gelegt wurde. und so wie es aussieht, ist alles gut gegangen.

ich hatte keinen richtigen traum, auch keine absolute gewissheit. ich habe immer wieder versucht, so positiv wie möglich zu denken und habe gedacht, mit meinen gedanken könnte ich es steuern oder vielleicht verhindern, dass wieder etwas passiert. aber das hat irgendwie nicht so richtig funktioniert.

ich habe eine hausärztin, aber als ich die frage nach einer kur gestellt habe, meinte sie, ich wäre ja nicht krank, die würde bestimmt nicht bewilligt werden. ich dachte jetzt an einen heilpraktiker oder so, der mir auch helfen kann, wieder zu kräften zu kommen. und vielleicht kann er auch herausfinden, warum ich die kinder nicht halten konnte...

dieser kleine junge da in deinem bauch wollte halt einfach leben, so ist das!!! :)

und es ist schön.

simon hat so glücklich ausgesehen, nach seiner geburt, als er schon tot war. ich weiß nicht genau, warum, vielleicht weil er nicht mehr leben musste (das ist die weniger schöne variante) oder weil er sich geliebt gefühlt hat (das würde ich mir wünschen)- aber er hatte nicht die kraft, so wie ich nicht die kraft hatte, durchzuhalten, einfach leben zu wollen. manchmal denke ich mir, wenn ein baby wirklich wirklich leben möchte, schafft es das auch; wie sonst könnten alkoholikerinnen babys kriegen, oder kinder abtreibungen oder ähnliches überleben?? vielleicht ist das auch eine doofe idee, keine ahnung.

jedenfalls wollte dein kleiner junge dich nicht nach palästina lassen.

kein auslandseinsatz!

ob wir auswandern, hm, keine ahnung. im moment wohl erstmal nicht. ich versuche gerade, hier in dieser welt, in dieser stadt und in meinem umfeld wieder fuß zu fassen. das ist der erste schritt.

und zutexten hilft da auf jeden fall. :)

Das klingt wunderschön mit dem Sarg, vor allem klasse hats gut geklappt, manchmal machen sie ja noch blöd bei solchen Dingen. Zumindest wurd euch das erspart...Klingt sehr schön!

Es ist eigenartig mit den Träumen, bei Mina hatte ich nie Träume von ihrer Geburt oder so, obwohls ja heisst, dass sei wohl normal so als psychische Vorbereitung etc. J

etzt "gebär" ich fast jede Nacht. Sind viele kleine Dinge, die mir ein gutes Grundgefühl geben, ganz anders eben als bei Minchen.

Hm, nein ich glaub nicht, dass er glücklich ausgeschaut hat, weil er nicht leben musste, er wusste ja noch nicht, was ihn erwarten würde, also konnte er auch nix dagegen haben, ICH glaub es war, weil er die Zeit, die er haben durfte eine schöne Zeit bei Euch haben konnte und weil er wusste/fühlte, dass er geliebt wird.Und vielleicht konnte er schon einen Blick auf Celia erhaschen und hat sich auch ein bisschen auf seine Schwester gefreut.

Hm, ich bin da eher Pragmatisch, ich denke nicht, dass man selber entscheidet ob man überlebt oder nicht, klar hofft jede Mutter bspw. bei nem Frühhchen, dass es "stark" ist, überlebt etc. aber ich denk, entweder die Umstände sind optimal gerade, dann klappts oder die Umstände sind grad nicht ganz optimal, dann klappts halt nicht.

Wenn ein Kind wirklich selber entscheidet ob es überleben will, kann man sich auch fragen, warum sich ein Heroin-Baby freiwillig dazu entschiedet gleich nach der Geburt einen hammerharten Entzug durchzumachen oder?

Ich denk die Idee tut nur weh, weil man sich dann fragen muss, warum das Kind/die Kinder nicht bei einem bleiben wollten.

Aber eben ich bin da ja sowieso, hmja, ich denk es ist ein reines Pokerspiel, entweder man hat Glück oder Pech oder extrem Pech...Manchmal findet man selber nachträglich etwa, was dem ganzen einen Sinn gibt, aber Dinge geschehen nicht deswegen, sondern, ja, einfach so. Natur.Und die hat keine Gründe, muss auch keine haben, seit Millionen von Jahren funktioniert sie , so wie sie ist und das ziemlich gut (immerhin hat sie den Menschen bis jetzt geschafft)Ich find solche Gedanken einfach gefährlich...und eben, unnötig schmerzhaft.

Naja und darum denk ich auch, wenn jetzt alles glatt geht , super, hatt ich verdammtes Glück, aber ich denke nicht, dass er bleiben wollte oder nicht. So gesehen muss man auch sagen, Mina wollte nicht gehen, Mina wär geblieben, nur zu welchem Preis, da kann man sich dann auch fragen...wenn denn wirklich ein "wollen" oder "nicht wollen" dahintersteht...hui philosophisch, muss ich nochmal drüber nachdenken...

Wegen dem positiven Denken, ich glaub, auch da Mensch gibt sich selber mal wieder zuviel Macht...

Hab lange auch so gedacht aber jetzt muss ich sagen, ich denk, man kann Kopfstand machen, wenn was sein oder nicht sein soll, wirds so passieren. Gleich nach Mina wollt mir meine Chefin ja weismachen, es sei passiert, weil ich so negativ gedacht hab(oder eben gewusst?anm. von mir) und das find ich dann schon hammer.

Wenn man dann auch noch denken würde, etwas so Schlimmes sei passiert, weil man selber "falsch gedacht hat". Erstens gibts man sich selber dadurch mehr Macht als man hat und zweitens ists ein wunderbarer Baustein um sich dann so richtig schuldig zu fühlen...

Ich glaub das Schwerste am ganzen ist ja, es einfach anzunehmen, dass es "einfach" passiert, ohne dass man Einfluss haben könnte. Find ich extrem schwer, aber im Endeffekt ist es glaub auch der entlastenste Gedanke, öh ja *kopfrauch würr*

Was wegen der Kur , Du seist nicht krank. Kur, sry ist ja einfach ein netter Ausdruck für nen offenen Psychiatrie-Aufenthalt resp. intensive Thera und Abstand und da sind auch viele Menschen mit Burn-out etc. Psychisch halt...hm, Coco von hier geht auch demnächst in Kur, ich werd sie mal fragen, wo sie genau hingeht und es Dir dann weiterleiten...

Was heisst nicht krank, und wenn Du im medizinischen Sinne nicht krank bist, musst Du erst mit aufgeschnittenen Pulsadern total am Ende auf dem Boden rumkriechen bevor sie was machen wollen (sry drastisch und überspitzt ausgedrückt, aber ist ja wahr...)mannmannmann...

Hm, ganz blöd, aber wenn dein Mu dem Druck des wachsenden Kindes nicht standhalten kann, ist dass dann nicht eine Zervix-Insufizienz? Darum hab ich auch wegen der Cerklage(hö wie schreibt man das schon wieder?) gefragt oder hast Du andere Ideen, woran es liegen könnte?

mein Freund düst grad mit Wischlappen durch die Gegend, keine Ahnung was der am machen ist, sollt glaub mal schauen...ganz ganz liebe Grüsse und wie gesagt, zutexten ist guuuuuuuut!

Lina

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Guten Morgen, Lina!

Erstmal ganz lieben Dank für Deine Nachricht. Das "Problem" an solchen Kuren ist meiner Meinung nach, dass sie auf Mütter und Kinder oder Väter und Kinder spezialisiert sind. Ich weiß ja nicht, ob das in der Kur auch so ist. Aber was sollen wir in einer Eltern-Kind-Kur?

Ich weiß auch nicht. Ja, wahrscheinlich müsste ich mit offenen Pulsadern zum nächsten Psychiater gehen, aber dann weisen sie mich nicht zur Kur ein....

Ist auch egal. Ich finde schon einen Weg. Immerhin habe ich jetzt einen Termin bei einem Heilpraktiker, vielleicht kann der mir ja im Moment auch helfen.

Das mit der Cerclage habe ich mir auch gedacht. Wir wollen ja auf jeden Fall noch zu Spezialisten gehen, aber ich denke schon, dass es daran liegt. Schließlich waren meine Kinder ja gesund! Und ich weiß aus meiner Familie mittlerweile einige Fälle, die auch Probleme mit dem Muttermund hatten und teilweise auch eine Cerclage hatten. Nur das weiß man immer erst zu spät!

Lina, du bist wirklich sehr pragmatisch! Aber das ist auch gut so. Ich habe den Eindruck, dass du mit vielen Dingen mehr im Reinen bist als ich. Wenn du sagst, es sei die Natur, dass man das annehmen muss, dass es eben passiert, so sprichst du damit zwar etwas aus, was ich mir auch sehr oft denke. Aber ich kann es dann nicht einfach dabei belassen, sondern suche immer mehr nach irgendwelchen Antworten, die es nicht geben wird. Ich brauche einen Sinn oder sonstwas, und finde ihn aber nicht. Und das tut weh und ist überflüssig, aber abstellen fällt mir auch so schwer.

Die Schuldfrage ist die schlimmste. Ich denke ständig darüber nach, ob ich etwas falsch gemacht habe. Und am Ende komme ich dann zur Natur und dazu, dass mein Sohn gesund war und fröhlich und leben wollte, dass aber mein Körper einfach nicht funktioniert hat. Und dafür gebe ich mir dann die Schuld, obwohl ich weiß, dass ich dafür ja eigentlich nichts kann. Gestern hatte ich unheimliche Probleme damit, dass ich nicht darauf bestanden habe, dass sie mich da untersuchen. Warum nicht??? Aber ich kann es jetzt nicht mehr ändern und bemühe mich deswegen darum, die Schuldgefühle ganz fest von mir wegzuschieben. Schwere Sache.

Du hast Recht. Wir geben uns sehr viel Macht, wenn wir sagen, es läge an unsere Gedanken. Ich finde das von deiner Chefin auch sehr unangebracht. Ich meine, nicht, dass ich mir das bei Celia nicht auch gedacht hätte. Ich habe mir gedacht, wenn ich die Probleme nicht so sehr an mich herangelassen hätte... aber auf der anderen Seite überleben die Babys auch dann, wenn die Mütter wirklich Schwierigkeiten haben, wenn sie ihre Kinder vielleicht gar nicht wollen. Also kann es daran nicht liegen. Das liegt alles außerhalb unserer Macht. Aber trotzdem kann man das Kleine doch beeinflussen. Ich denke, wenn es der Mama gut geht, fühlt sich das Baby auch besser. Das, denke ich, sollte man auch nicht unterschätzen.

Also genieß deinen Tag.

Wenn ich könnte, würde ich dir Sonne schicken, aber vielleicht ist sie ja schon bei dir. Hier jedenfalls ist es graugraugraugrau....

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Die Schuldfrage ist die schlimmste. Ich denke ständig darüber nach, ob ich etwas falsch gemacht habe. Und am Ende komme ich dann zur Natur und dazu, dass mein Sohn gesund war und fröhlich und leben wollte, dass aber mein Körper einfach nicht funktioniert hat. Und dafür gebe ich mir dann die Schuld, obwohl ich weiß, dass ich dafür ja eigentlich nichts kann. Gestern hatte ich unheimliche Probleme damit, dass ich nicht darauf bestanden habe, dass sie mich da untersuchen. Warum nicht??? Aber ich kann es jetzt nicht mehr ändern und bemühe mich deswegen darum, die Schuldgefühle ganz fest von mir wegzuschieben. Schwere Sache.

ich überlege schon ein weilchen, welches die besten worte wären, aber ich finde sie nicht wirklich.

such die schuld nicht bei dir. such sie auch nicht allzu lang woanders. denn das zermürbt einen auf die dauer unheimlich.

das ist leicht gesagt - ich weiß. auch ich hab recht lang einen schuldigen gesucht, weißt du sicher noch. falsche ärzte, falsches kh, ob ich den falschen weg entschieden habe... usw, usw. mitunter kommen diese gedanken immer noch hoch - also wird man sie auch nie ganz verbannen können.

aber bitte verbeiß dich nicht zu sehr. einen wirklichen tipp habe ich auch nicht, wie man dem entgegen wirken kann.

auch die aussage: "manchmal passiert sowas halt" ist mehr als unbefriedigend.

aber lässt man sich diese worte eine zeitlang durch den kopf gehen, dann ergeben sie irgendwann sinn und setzen die schuldfrage ein wenig zurück.

bei diesem schritt wird dir auch leider keiner richtig helfen können, denn es muss bei einem selber *klick* machen. man muss sich selber eingestehen, dass man nichts hätte machen können, dass man selbst keinen einfluss darauf hatte. im falle der ärzte: dass sie alles getan haben, was im bereich des möglichen war. dass der eingeschlagene weg (keine mini-op am muttermund) zu dem zeitpunkt (also davor) das geringere risiko darstellte.

süße, ich knuddel dich ganz lieb und schicke dir warmen sonnenschein

Edited by Cassie
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Ich find das wirklich gut, was samuela geschrieben hat, dieses "es passiert einfach "IST" unbefriedigend aber auch in dieses worten steckt ein riesen prozess.

hm weisst ich hab mir vorhin grad überlegt, ich hab auch gut reden, meine und Minchens geschichte ist ganz anders verlaufen; ich kann leicht sagen, es war natur und dass ich keinen einfluss hatte, zumal der defekt zu nem zeitpunkt entstanden ist, wo ich nicht mal wusste, dass sie unterwegs ist und weil ich die prophylaxe ja gemacht hab.

da ist es leicht zu sagen, dass solche dinge einfach passieren. auch wenn wir es früher gewusst hätten, geändert im sinne davon, dass ev. minchen überlebt hätte, häts eh nicht...

ich kann keine solchen gedanken haben wir "hätt ich mehr insistiert bei den ärzten" etc. weils wie gesagt keinen unterschied gemacht hätte. darum denk ich, ist der umgang auch automatisch ein anderer. ich hab keine gedanken "ach hätt ich doch" , ich wüsste nicht was. eben darum hab ich gut und einfach reden....

vielleicht fällt es mir darum leichter dieses "es ist einfach so" anzunehmen, ich weiss es nicht. ist mir nur grad vorhin aufgefallen...

hm, wegen den kuren, ich kenn mich da nicht wirklich aus, ich hab einfach gefragt, was für ne klinik das ist und es weitergeleitet, sry:o

ach ne, zu nem psychiater kannst auch gehen, bevor die pulsadern offen sind. er kann dich dann weiterleiten oder aber du hast nen guten thera um das ganze zu bearbeiten.

ich gklaub in DE ists auch so, dass ein psychologe nicht ganz übernommen wird oder? bei nem psychiater bekommt man glaub einfach ne gewisse stundenanzahl zugesprochen? ich würd mich auf alle fälle da mal erkundigen, so oder so denk ich, ob kur oder einfach gesprächsthera, wenn du das gefühl hast, dass dus brauchst würd ich mich da kümmern...(oder vielleicht mal den HA wechseln, vielleicht reagiert ein neuer auch anders?)

Hm, mit dem sinn, wenn sowas passiert, ich sehe sehr viel, was sich verändert hat seit den geschehnissen um minchen, bei vielem dacht ich auch, dass es deswegen passiert ist, um mir was aufzuzeigen, mittlerweilen muss ich sagen, auch da, ich denke, dinge passieren einfach, niemand entscheidet warum oder wofür ABER man kann selber in dem ganzen einen sinn erkennen, der einem weiterbringt. ein sinn ist ja eigentlich dazu da, dass man eine situation möglichst annehmen und daraus lernen kann/auch was positives darin erkennen kann, aber eben, ich denk, man erschafft diesen sinn selber in so ner situation. klingt vielleicht einerseits ernüchternd , auf der anderen seite gibt es einem aber auch die möglichkeit, wirklich aktiv an der sinnfindung zu arbeiten, was stand mir bisher im weg, was waren lebensthemen, was hat dieses ereigniss daran verändert etc.

ich weiss natürlich aber auch da nicht, ich könnt mir vorstellen, dass man das nach einem mal noch hinkriegt aber beim zweiten mal?

überleg grad auch, da, ne grosse lektion für mich war, annehmen zu können, dass dinge einfach passieren (*kleiner kontrollfreak bin oder war*) und dass mensch bei weitem nicht so wichtig und allmächtig ist, wie er gerne wäre, dies gibt mir auch ne gewisse ruhe jetzt. ich denk, du wirst noch einen sinn finden in dem ganzen, denk es ist auch nicht überflüssig, ein sinn hilft ungemein um damit klarkommen zu können...eben, weil er einem in dem ganzen schwarz auch was helles aufzeigen kann.

ich sag mir immer wenn was schlimmes passiert oder ne schlimme krise da ist, spätestens in 2 jahren weiss ich, warum etwas passiert ist und irgendwie hilft mir der gedanke, weil ich mir dann bei den innerlichen prozessen nicht im wege stehe.

ich glaub beim schlechten gewissen (was sich bei mir ab und an auch einschleicht und auch "was wäre wenn"-gedanken, weil naja, wir haben uns ja aktiv zu dem schritt entschieden) hilft wirklich nur verdrängen. schuldgefühle haben das talent sich rasend schnell auszubreiten und einem aufzufressen...ausserdem werden sie chronisch*hmpf*

irgendwie hab ich plötzlich kopfschmerzen und mri ist schwindlig, soviel denken tut meinem köpfchen nicht gut...

hier scheint die sonne, ich schick dir ein fettes paket rüber!!

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ja, das ist schwer. aber es ist auch die einzige möglichkeit, nicht verrückt zu werden! man muss einfach annehmen, da stecken wir nicht drin. und eben, was ich besonders wichtig finde, auch die ärzte nicht. sie können nicht alles heilen, können eigentlich in wenigen fällen nur helfen, auch wenn sie selbst und auch andere das einem immer erklären...

aber das macht mir auf der anderen seite wieder angst. wenn es einfach die natur ist, bedeutet das dann nicht auch, dass ich einfach keine kinder bekommen kann??? ich denke mir, dass eine kleine operation vielleicht verhindern könnte, dass das nächste baby auch stirbt, aber weiß ich das denn? kein arzt gibt mir die garantie, niemand.

ich habe gestern einen termin ausgemacht für eine traumatherapie. bin gespannt, ob das etwas für mich ist und ob mir das helfen kann. meine schwiegermama hat mich davon überzeugt, sie meinte, ihr arzt hätte gemeint, es wäre ein riesiges trauma für eine frau, wenn sie ein kind verliert und dass sie darüber eigentlich nicht wirklich alleine hinwegkommt. ich weiß es auch nicht. aber ich denke mir, nach drei babys lohnt sichs vielleicht schon!!

drückt mir die daumen, dass es das richtige ist.

ja, dräng die schuldgefühle weg. sie helfen uns nämlich überhaupt nicht weiter und machen unsere kinder nicht mehr lebendig. das "was-wäre-wenn" kommt zwar hoch, aber wir können doch wirklich nichts mehr ändern. deswegen: WEG!!!

ich hatte gestern einen richtig tollen tag. eigentlich war es ein trauriger tag, weil meine oma gestern vor vier jahren gestorben ist und sie für mich neben micha der wichtigste mensch in meinem leben war. aber irgendwie ist dann so vieles gut gelaufen. ich habe hauptmanns "die ratten" gelesen und fand es einfach nur genial, ich habe den termin ausgemacht und hatte das gefühl, als würde einiges damit leichter werden, ich hatte tolle stunden in der arbeit. ein richtig guter tag!!!

danke für die sonne, im herzen ist sie angekommen!!!

wenn das jetzt mit der guten laune so bleibt, kann ich vielleicht wirklich nach arbeit suchen!!! wird ja zeit!!!

lina, was macht eigentlich dein projekt???

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*reinrenn* heut wird glaub nichts mit zutexten, mein projekt geht voran, langsam aber stetig, ich muss nur erst selber die ganzen prozesse in ner art durchleben, dass ich auch darüber reden kann etc.

hm, weisst du, gerade wegen der heutigen medizin kann man m.m eh nicht mehr NUR von natur reden. schau bei minchen, ihr defekt war natur, ihre geburt nicht, wär sie regulär gekommen, wär sei danach "auseinanderoperiert" worden ohne sinn. wär alles wirklich natürlich verlaufen, dann hätt ich keine ahnung gehabt, sie ausgetragen, sie geboren und sie wär dann ne stunde später gestorben.

nur noch von natur kann man eben auch nicht mehr reden, weil die medizin doch schon einen gewissen einfluss nehmen kann...

Nein, du weisst es nicht, du wirst es erst wissen, wenn ihr euch bereit dazu fühlt , es gegebenenfalls nochmal zu versuchen.

ich denk, wenn die chance da ist sollte man sie nutzen, DANN muss man a nicht unbedingt auf die natürlichen vorgänge beharren (ist ja, wie oben geschrieben m.m nach eh nicht mehr möglich), anders würdest du dich vielleicht immer fragen, obs nicht doch hätte gehen können...ist so wieder der gedanke wegen fs wo man sich fragen muss, hilft er oder stresst er...

traumatherapie klingt gut, natürlich drück ich die daumen!!:)klingt eh sehr gut was du schreibst, vorwärtschauend.

muss leider auch schon wieder los, meld mich *wegdüs und im vorbeidüsen ne dicke portion sonne dalass*

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  • 1 month later...

Linchen, Du bist einfach lieb. Danke der Nachfrage, mir gehts gerade sehr gut. Ich habe mich im Moment vom Kinderbekommen verabschiedet, und das tut mir sehr gut. Im Gegenteil, ich hätte echt was dagegen, wenn ich jetzt schwanger wäre. Wir haben seit einer Woche einen Hund, ich weiß nicht, ob dus mitbekommen hast. Und der fordert so viel, gibt aber auch soooo viel zurück. Wenn ich jetzt schwanger wäre, vielleicht sogar liegen müsste, nein, das geht nicht.

Meine Therapeutin ist genial, es tut einfach gut, mit ihr zu reden. Wir versuchen, alles schöne und schlimme mit Simon zu verarbeiten, und sie geht dabei sehr behutsam an die Sache heran. Manchmal "vergesse" ich fast, dass ich mal schwanger war, und dass das erst drei Monate her ist. Schon komisch, irgendwie. Aber das ist wahrscheinlich auch eine Schutzreaktion, denn wieviel Schmerz kann ein Mensch schon ertragen? Ich habe gehört, wenn es zuviel wird, dann bekommt es die Seele in kleinen Dosen ab, dann ist es verkraftbar. Übrigens, meine Engelchen- Wolken- Spielwiese war eher, nunja, nicht so ganz ernst gemeint. Kennst Du die Glücksbärchis? So in etwa denke ich es mir manchmal... aber natürlich nur so ganz theoretisch und ach, aus Spaß. Ich habe keine Ahnung, ob es einen Himmel gibt, oder was auch immer. Ich hoffe nur, dass wir sie wiedersehen...

So, aber jetzt genug zu mir. Wie gehts Dir? Was macht der Kleine? Habt Ihr Euch eigentlich schon Namen überlegt? Und Kinderzimmer eingerichtet und so Zeug? Ich lese ja nur sehr wenig bei den Januaris, deswegen bekomme ich nichts mehr mit. Aber ich möchte trotzdem wissen, ob alles ok ist und ob Du glücklich bist.

Und das mit der Sonne: Die ist trotzdem hier angekommen. Aber wenns bei Euch so mies aussieht, dann schicke ich Dir lieber mal ein paar Strahlen zurück. Das wäre ja sonst unfair.

Lieben Gruß

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Wow, klingt wirklich gut bei Euch!:)

Nein habs gar nicht mitbekommen, ein Welpe?*schmacht* Hunde sind einfach klasse, aber ich bin eh "Tier-Mensch" was für Einer ists denn? (Fotoooooo!!!)

Denk auch in so ner Situation, es kommt soviel von Tieren und Hunde haben noch den Vorteil, dass sie einem bei Wind und Wetter rausscheuchen, was nur gut tun kann *auch wieder Hund haben will*.

Auch mit deinem Thera, es ist verdammt viel wert, einen guten Therapeuten gefunden zu haben, bei dem man sich verstanden fühlt, vorwärts kommt etc.

Kann mir gut vorstellen, dass es auch ne gewisse Erleichterung bringt, wenn man sagt "So und jetzt ist erstmal Pause", ich mussts ja erst einmal erleben, aber ich weiss noch, wieviel Kraft es mir gegeben hat, als ich mich angefangen hab, neu zu orientieren etc. Wollte ja nach Palästina in die PB, aber da hat dann der Kleine reingefunkt; aber einfach dieses Gefühl, wieder durchatmen zu können, weiss nicht obs dass ist, was Du meinst, aber bei mir hat der Gedanke nach ner Pause dazu geführt.

Eben, wieder durchatmen zu können, sich irgendwie, hm "frei" zu fühlen (find grad kein besseres Wort).

Ich bin überzeugt, dass es eine Schutzreaktion ist; eben die Seele lässt nur soviel zu, wie man gerade verarbeiten kann (und scheinbar hast Du da auch Glück mit deiner Thera, dass es nicht eine ist, die auf Teufel komm raus alles "aus Dir rausreissen" will sondern im Tempo mit deiner Seele arbeitet)...

Hatte auch ab und an das Gefühl, es sei gar nie passiert oder dass es scheint, als würde alles wie in einem dichten Nebel verschwinden und nur an manchen Tagen lichtet sich der Nebel, aber dann kann man drauf vertrauen, dass es ok so ist, weil man in dem Moment stark genug ist.

Ist schon faszinierend die Seele...halt mich für bekloppt aber erst durch die ganze Sache hab ich wirkliches Selbstvertrauen bekommen, damit mein ich nicht dieses "isch find misch doll"-Selbstvertrauen sondern dieses "ich weiss, was ich tu, weiss, dass ich das Richtige tu, " eben, "vertrauen in sich selbst"

öh verständlich?*lach*

Kennst Du "Die Gebrüder Löwenherz" ich denk ja, dass wenn Minchen wo ist, dann da am Drachen jagen; aber auch da keine Ahnung ob und wo sie sind, aber ich weiss, dass ich sie wiedersehen werd.

wie froh ich bin zu lesen, dass es Dir so gut geht. Finds einfach nur schööön:)

Ach bei mir, hm, weiss gar nicht was ich sagen soll, bin jetzt in der 30sigsten Woche, auch schon, ist durchzogen die Zeit.

Und grad muss ich heulen, weil ich mich nicht erinnern kann, wann mich das letzte Mal wer gefragt hat, ob ich glücklich bin.,..hm.

Beim Kleinen scheint alles ok, nächsten Montag wieder grossen US, der letzte in der SSw, bin aufgewühlt dadurch, finds schwer.Kann eigentlich meist gut trennen, aber in solchen Momenten, hmja.

Soviel zu mir, ist ja schliesselich dein Thread;) und jetzt wirds schon wieder dunkel, blöh...

ganz liebe Grüsse, L.

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Es ist schön, zu lesen, dass es Dir so gut geht, Sandra! Freut mich echt riesig. Und es freut mich auch, dass Du so viel "Erfolg" mit Deiner Therapeutin hast - ist ja nicht immer so! Ich hab morgen übrigens wieder Termin...

Was treibt der kleine Wauzi? Ist er schon stubenrein? Hat er Dir die Wohnung schon ordentlich auf den Kopf gestellt?

Was hast Du weiter für Dich, für Euch, geplant? Schwangerschaft hast Du ja auf Eis gelegt - erst mal. Ich hab Dich schon mal gefragt, glaub ich... ist jetzt schon festgestellt worden, WARUM es zu den Problemen in den Schwangerschaften kam? Ich mein, zweimal auf so ähnliche Weise ist jetzt auch nicht grad die Tagesordnung...

Edited by Cassie
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He, Linchen,

das ist schon lange nicht mehr mein Thread, allenfalls ist es unserer!!!!!!!! ;)

Warum fragt Dich keiner, ob Du glücklich bist? Wird es vorausgesetzt? So nach dem Motto: Was willst du denn, du hast ja, was du willst???!!!

Hast Du das Gefühl, als ob die Zeit Dich so ein bisschen überrennt? Ich denke, Dein Kleiner hat Dich ein bisschen überrannt :) Ein schönes Überrennen, klar, aber ich denke, es braucht erstmal viel Trauerzeit, das weiß ich sogar mittlerweile. Erst nach einem Jahr konnte ich mit Celias Tod besser umgehen, vorher war es schrecklich. Meine Therapeutin sagt, dass man ein Jahr trauern "muss", klar ist das individuell, aber so als Richtwert. Nicht umsonst heißt es "Trauerjahr". Wie Du irgendwo mal geschrieben hast, ist es noch Dein Trauerjahr, um Mina. Und dass da hin und wieder etwas "durcheinander" kommt (ich meine die Gefühle, nicht dass Du die beiden verwechselst), ist verständlich. Ich wünsch es Dir so sehr, dass Du glücklich bist. Weißt Du, ich gehe morgens durch den Park, sehe die Hasen auf der Wiese (mitten in der Stadt!!!), den Nebel über dem Rasen, die Sonne, die langsam aufgeht, und ich bin einfach nur soooo dankbar, dass endlich wieder ein paar gute Tage kommen, dass ich mich einfach freuen kann. Ich bin richtig glücklich. Und das tolle ist: Micha ist auch glücklich. Endlich. Es ist schon so lange her.....

Die Seele braucht solche Momente, in denen wir uns umschauen und glücklich sind, weil wir hier leben. Ich denke, wir haben unheimlich viel gelernt durch den Tod unserer Kinder, aber es hat einen Preis: Viele Menschen können uns dahin nicht folgen. Es ist eine Erfahrung, die so viel gibt, die aber nicht jeder macht und damit auch nicht jeder nachvollziehen kann. Das kann einsam machen. Alle sind so in ihrem Trott, finden so viele Dinge wichtig, die uns doch gar nichts mehr bedeuten KÖNNEN, weil sie so unwichtig sind im Vergleich zum Tod unserer Kinder. Nicht nur Probleme, sondern einfach alle Bereiche. Der Trott bedeutet in Deinem Fall die obige Frage. Und es bedeutet in Heikes Fall die Mutter-Kind-Gruppe. Es ist einfach Unwissenheit, sie können es wohl nicht begreifen. Manche versuchen es, und mit ein bisschen Empathie ist das auch möglich, aber manche wollen es nicht verstehen. Und damit begreifen sie auch das Wunder nicht, das Unsagbare, was einen einfach sprachlos macht. Ich hatte das Gefühl, in der Zeit der Trauer um meine Tochter habe ich eine Ahnung von der Ewigkeit bekommen. Leider konnte ich diese Erfahrungen jetzt nach Simon nicht machen. Vielleicht bin ich auch abgebrüht? Im Alltag versunken?? Irgendwie wohl schon.

Heike, nein, wir haben noch nichts gemacht. Keine Untersuchungen oder so etwas. Ich habe im November wieder einen Termin bei einer FÄ, eine neue, mal wieder. Ich werde sie wohl mal fragen, was ich machen kann, aber ob ich eine Antwort bekomme, weiß ich ja nicht. Und im Moment will ich auch nicht mehr machen. Ich will kein Baby haben, mir reichts!!! Und deswegen auch keine Ärzte, keine dummen Antworten, keine Enttäuschung!!!

Vielleicht sollte jemand wie ich einfach keine Kinder haben??? Kann ja auch sein!!!

Mein großes Ziel ist im Moment einfach das Glücklichsein. Und ich möchte Simons Tod begreifen, irgendwie. Ich brauche gerade die Zeit, auch wenn ich nicht zurückschauen möchte, aber es sind erst drei Monate und ich habe kaum getrauert. Ich vergesse es oft fast, und deshalb brauche ich Zeit.

Ihr zwei, ich bin so froh, dass es Euch gibt.

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Ich kann Dich vollstens verstehen, wollte die Trauer auch nicht wieder "unnötig" schüren mit meinen Fragen. Dass es Dir reicht im Moment, kann ich vollstens verstehen - mir geht´s ja nicht anders. Und ich denke nicht, dass es mir recht viel anders geht, wenn Daniels Tod mal drei Monate her ist - so wie bei Dir jetzt bei Simon!

Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst. Niemand kann und darf Dich zu irgendwas zwingen, überreden oder sonst was! Du kannst Dir zum jetzigen Zeitpunkt noch rausnehmen, was Du willst! Niemand kann Dir vorschriften machen. Du steckst mitten in der Trauerzeit Deines verlorenen Kindes... Mach alles in DEINEM Tempo. Der Körper und die Seele spielen da schon zusammen und suchen sich das richtige Tempo und den richtigen Zeitpunkt heraus!

Du hast übrigens völlig recht und superschön formuliert, das was Du geschrieben hast!

Edited by Cassie
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Danke fürs Thread teilen;)

Soviel Wahres...weiss gar nicht wo ich anfangen soll... Hm dieses Glück, dieses Leben so sehr zu schätzen wissen hatte ich nach Minas Geburt auch, sehr stark sogar, ich hab mein Leben paradoxerweise mehr denn je geliebt, aber nicht jedes Gefühl hält ewig. und gerade solche Gefühle verschwinden schnell wieder im Trott, wenn sich alles bisschen gelegt hat.

Jup, ich bin wieder schwanger, alles schaut gut aus, Minchen ist vergessen, ich solle gefälligst die Schwangerschaft geniessen, so ungefähr...

Dabei wie Du auch sagst, ich befind mich noch mitten im Trauerjahr, ich denk, es wär auch wichtig, dass ich die Zeit für mich und Minchen nutze, noch haben wir die Zeit, dem Kleinen ists egal, wie ich meine Tage verbringe, dennoch bedeutet jede weitere Schwangerschaftswoche einen weiteren Abschied von Mina irgendwie, schwer zu beschreiben...

der Kleine, ja ich hätts nicht erwartet, dass es so schnell geht...für mich war das Kriterium, dass ich wieder mit ner Fg oder so einer Geschichte klakomme, als ich mich entschieden hab wieder schwanger zu werden, (aber irgendwie hab ich mir gar nicht überlegt, wies wird, wenn alles glatt geht merk ich grad *g*). was ich aber unterschätze habe sind die ganzen hormonellen Einflüsse und ja, all die Gedanken und Sorgen die man wälzt, wenn man sein "erstes" Kind bekommt...

all die normalen Gedankenund Sorgen, die man einfach hat, um sich vorzubereiten, hinzu kommt, dass es unserer Beziehung grad auch nocht soo rosig geht wie auch schon, wir versuchen grad die ganzen Mauern abzubauen, die sich aufgebaut haben in den letzten Monaten.Auch viele alte Themen, die neu miteinfliessen...Eben, kommt generell viel zusammen, was ich vorher nicht hätte erahnen können, naja und dazu die Trauerarbeit...Eben, aber ich bin drann...

Ja diese Einsamkeit, ich weiss nicht woher sie rührt ob wegen den von Dir genannten Gründen, oder weil ichs nicht auf die Reihe krieg mich auszudrücken oder, ja wohl sicher auch, weil ich das Gefühl hab,die Leute wollen nix mehr von hören ,aber auch selber die Energie nicht mehr hab, naja ich weiss ja nicht mal, was ich bräuchte...Ich hatte schon vor Mina oft Probleme mit diesem Gefühl, jetzt irgendwie komm ich langsam damit klar, dass es wohl einfach so ist. Das Einzige was weh tut, ist wenn ich neben meinem Partner liege und weiss, dass ich mich weniger einsam fühlen würde, wäre er nicht da...dieses Gefühl hatte ich monatelang, so langsam langsam pendelt es sich wieder ein...Step by Step;)

Und dass sich freuen, auch wegen dem Kleinen; es gibt Momente, kurze, wo ich heulen könnte oder teilweise wirklich heule vor Glück und auch Rührung, aber ich bin so pragmatisch geworden , so fatalistisch, wohl auch aus einem Selbstschutz raus, aber auch aus dem Gefühl raus, dass ichs packen würd, würd wieder was passieren (aber auch da, je weiter die Ssw fortschreitet, umso schwerer würde es)...Ich bin nicht pessimistisch, im Gegenteil, aber ja, vielleicht bin ich vorsichtig geworden.

Wurd grad heut gefragt, wann ich denn nervös würde wegen der Geburt etc. Ich weiss es nicht, vielleicht gar nicht, vielleicht erst, wenn er dann wohlbehalten da ist, keine Ahnung, man wird sehen...

Irgendwie bin ich glaub noch viel zu sehr mit mir und Minchen beschäftigt, aber eben, lieber jetzt als später, aber natürlich gibt mir das auch zu denken...Uah, jetzt hab ich Kopfweh vor lauter über mich labern, hm...werd mir glaub nen Kaffee machen, mich raussetzen, die eiskalte Luft einatmen, dem Regen zuhören...

Zu den glücklichen Momenten(von denen gibts mehr als früher, wohl auch weil ich das Leben viel mehr annehmen kann als vorher); ich helf ja wieder bisschen in der Gärtnerei aus; ich liebe die Momente, wenn Feierabend ist, alles nach Anis und Zimt riecht (Weihnachtsmarktvorbreitungen) ich raus in die Dunkelheit trete, den Weg zwischen den Folienhäusern nehme, vorbei am Kompost, wenns dunkel und still ist, geborgenheitsspendende Dunkelheit; ja ich denk ich hab das Glück noch lange nicht verloren;)Ich muss mir nur immer wieder die zahlreichen Momente jeden Tag vor Augen halten...

Achtsamkeit; man lebt bewusster, wenn man dem Tod gerade erst begegnet ist oder ihn auch in seiner Schönheit sehen durfte...

Aber es hat sicher auch seine Gründe, dass dieses Gefühl nicht ewig ahält (es sei denn, man tritt in ein Buddhistenkloster ein, wo man sonst nix zutun hat und gänzlich abgeschottet lebt)

Nein, ich denke nicht, dass Du abgebrüht bist, auch nicht im Alltag versunken, Du kannst jetzt nur einmal mehr das Wissen und die Einsichten einsetzen, die Du durch Celia erlangt hast, darum gehst Du wohl auch anders damit um...

Wie ich Dir schonmal geschrieben hab, wenn man eine Situation schon mal hatte, resp. eine Ähnliche KANN man gar nicht gleich damit umgehen; wäre dem so, würde es ja Stillstand bedeuten und gerade solche Situationen sind alles andere als Stillstand, sie sind das pure Leben, lassen einen das Leben erkennen...Ich denk, Du machst es gut, wie Du das Wissen, wenn auch unbewusst einsetzt etc.

Mittlerweilen denk ich auch, Leben und Tod sind so nah beeinander, man kann und sollte sie eigentlich gar nicht in die 2 Extreme unterteilen wie unsere Gesellschaft es tut; wieviele leben und sind dennoch schon längstens tot, dann sieht man wieder Sterbende oder Tote, wo man das Gefühl hat, es sei mehr Leben um sie rum, als man ja spüren durfte...

Was verstehst Du unter "Simons Tod begreifen"?

gerade macht sich wieder dieses Gefühl breit, welches neu ist, vieles ist neu in diesem Jahr (auch mein *********-Dasein:Dund dass ich begriffen hab, dass ich nicht nett sein muss, wow ist das erleichternd)das Gefühl, dass alles ok ist, so wie es ist, ists gut...so ein tiefes ruhiges Gefühl irgendwie, denk verstehst was ich mein...sorry wenn ich etwas wirr bin heut, soviele Gedanken im Kopf, soviele Ansätze, möge man meine Gedanken ordnen, ich schaffs grad nicht^^

So, der kleine Herr tritt, der grosse Herr ruft, ich geh dann mal wieder *würr*

ganz liebe Grüsse Euch, l.

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