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Eileiterschwangerschaft und die Zeit danach

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Hallo..

Das Thema könnte auch einfach "Trauern" heißen... Hier folgt meine Geschichte.. Vor ein paar Tagen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Anfang des Jahres hatten mein Freund un dich uns entschieden, die Pille weg zu lassen, die Zeit wäre ganz gut gewesen, mein Studium ist in den Endzügen. Prinzipiell wollte ich schon immer ein Kind.. Nur wollte ich mich ganz "bereit" dazu fühlen um eine gute Mutter zu sein.. Warum auch immer, vielleicht wegen dem Praxissemester, dass ich im Erziehungsbeistand absolvierte, war es dann so, dass ich tatsächlich dachte "JA".. Und das so eindeutig.. Und es hat auch nicht so lange gedauert... ich war tatsächlich schwanger.. Als ich den Test machte, konnte ich es nicht glauben, ich hab so gezittert.. Und ihn tausend mal fotografiert..

Mein Freund und ich führen eine Fernbeziehung. Er hat arbeit und ich mein Studium. Er konnte nicht da sein. Aber ich reif ihn sofort an.. Eigentlich hatten wir Klinsch, vermutlich war ich aber eher Schuld, denn ich hatte die typischen "Drama"- Allüren.. Am Telefon sagte ich dann scherzlich, "Ich wollte eigentlich nie wieder mit dir reden, aber ich hab gerade einen Test gemacht. Und da sind wirklich, wirklich 2 Striche zu sehen.. Wirklich" Er sagte mir hinterher es war danach furchtbar viel in seinem Kopf und er fühlte sich wie frisch verliebt.

Am Mittwoch letzer Woche...ich war beim Frauenarzt, mit meiner Freundin..Sie testete auch nochmal und ich hatte schon Angst, dass es vielleicht dann doch nicht so ist.. Aber auch bei ihr war der Test eindeutig postitiv.. Aber ich hatte Blutungen, schon eine Weile- immer wieder..Als ich deswegen bei ihr war, also vorher, konnte sie keinen Grund finden, also war ich beruhigt...

Nun ja am Mittwoch beim Ultraschall war ich kurz überglücklich.. Ich dachte ich sähe mein Kind.. Aber es war eine Zyste im Uterus, die beim letzen Ultraschall noch nicht da war.. Meine FA konnte auch keine Einistung oder sonstiges erkennen. Dann ging alles so schnell und doch so langsam.

Sie lies einen Krankentransport kommen.. Verdacht auf Eileiterschwangerschaft. Meine Feundin, die im Wartezimmer auf mich wartete wusste schon, dass etwas nicht stimmt und nahm mich sofort in den Arm. Meinem Freund wollte ich noch nicht bescheid geben, in der Hoffnung er würde sich sonst unnötig Sorgen machen. Im KH angekommen, war es leider eindeutig. Eine Eileiterschwangerschaft. 12mm... In der Krümmung zur Gebärmutter. Eine Bauchspiegelung sollte gemacht werden.

Interessant ist vielleicht auch, dass der Arzt, als er nach Stunden des wartens auf dem Flur des KH´s zu mir kam, mich nicht fragte, ob ich Frau so und so sei, sondern sagte- sie sind also die EU ( Eileiterschwangerschaft).. Krass.. Auch krass, dass er meinen Befund zuvor einer anderen sagte, weil er uns verwechselte.. Ich sollte tags darauf operiert werden. Am Mittwoch nach der Diagnose ging es noch... Überhaupt hab ich es irgendwie im KH ertragen, auch wenn ich ab und an weinte.. Am Donnerstag morgen, nach einer wirklich schlaflosen Nacht, war ich völlig zertreut. Und ich hatte Angst. Und ich wollte die OP nicht und ich konnte nicht verstehen, warum so wenige Zentimeter jetzt über Leben und Tod entscheiden sollen.. Ich war ungefähr in der 8/9 SSW...! Und das kleine war so nah am Ziel..Und doch so weit weg..

Die OP verlief gut.. Da es ein minimal invasiver Eingriff war, habe ich nur 4 kleine Narben am Bauch. Aber eine unendlich tiefe, nicht heilen wollende Wunde in mir. Es ist weg. Einfach nicht mehr da.Es durfte nicht leben. Nur wegen mir. Dabei hätte ich es doch schützen müssen. Ab dem Moment , an dem ich wusst ich sei schwanger, wusste ich ich will es schützen. Und ich konnte nicht. Für mich bedeutet dieses Kleine so viel. Und was wurde getan?? Es wurde entsorgt?!!!! Einfach so. Ist das ethisch vertretbar???? Warum hat es keine Rechte?? Wie kann das sein?? Wie konnte das passieren?? Warum ich fühle mich so unendlich schuldig.. Und ich habe keinen Ort, an den ich gehen kann, um es zu betrauern. Aber ich will es nicht vergessen. Es ist ungerecht, dass es nicht leben darf, dabei wollte es doch scheinbar leben, es war schon 12mm groß, und es geschah kein Abort.Morgens geht es mir am schlechtesten,... Noch bin ich krank geschrieben, aber wieder zu Hause..(seit Samstag) Mein Freund muss arbeiten, er bekommt kein frei. Und ich kann nicht zu ihm fahren. Ich musste gestern zur Nachkontrolle. Meine FA ist auch noch im Urlaub, so musste ich zu einer Vertretungsärztin, noch eine Person mehr, die mich sieht und es weiß.. Sie hat mir dringend abgeraten, jetzt schon eine so weite Fahrt zu unternehmen.Und sie hat Recht. Noch bin ich auch zu langsam und noch nicht fit genug. Aber ich will doch so gern zu meinem Freund. Er versucht gerade stark für mich zu sein, aber auch er hat es schwer. Es war auch sein Kind. Und er hat ein so schweres Jahr hinter sich... Und jetzt noch das.. Und ich bin so furchtbar im Moment.Tief traurig, mal geht es , dann weine ich ganz plötzlich und stark und denke mich nicht beruhigen zu können.

Es wissen nicht viele Menschen, was mir passiert ist. Ich habe 2 langjährige Feundinnen, denen ich nichts erzählen kann. Beide sind gerade selbst schwanger. Die eine ungefähr so weit wie ich war. Am Freitag muss noch noch einmal getestet werden, ob der HCG Wert nun ganz gefallen ist. Die Fäden bekomme ich dann auch gezogen.

ich hoffe dies liest jemand und ich hoffe ihr versteht mich. Wem es gerade so geht wie mir, meldet euch. Vielleicht können wir hier gemeinsam trauern. ICh bin bei euch in Gedanken. So hart die Zeit gerade ist. Ich glaube daran, dass es besser werden wird.

Eines steht fest. Ich werde mein Kind nie vergessen, weil ich es nicht vergessen will und weil es zumindest diese eine Ehre verdient hat, dass es nie vergessen wird..

Als ich mich (gestern) hier registrierte, las ich zum ersten Mal den Begriff "Sternenkind" und kann mich damit gut anfreunden. Mein Sternenkind... ich werde berichten, wie es weitergeht.. Und die Guten Dinge nicht aussparen. Bei Gelegenheit werde ich von einem fast gruseligen Telefonat berichten, dass ich gestern führte.. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut,wenn ich daran denke..

An alle euch trauernden da draussen. Ihr seid nicht allein, in dieser Tiefe. UND ihr seid nicht schuld!!!!!!!!!! Und ihr dürft trauern. ..

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Hallo liebe Isbas!

Es tut mir sehr leid, dass du aus einem solch traurigen Grund zu uns finden musstest.

Hier kannst du dich gerne jederzeit mitteilen und wirst auf sehr liebe Frauen treffen.

Wenn du magst, trage ich dein Sternchen in unsere Geburtstagsliste mit ein.

http://forum.adeba.de/sternenkinder/43753-geburtstagsliste-unserer-sternchen.html

LG

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Guest aoife

Liebe Isbas,

Dein Sternenkind steht nun mit in der Liste.

Auch mir tut es sehr leid, was dir geschehen ist. Ich habe auch ein Kind ca. in der 8. SSW verloren und kenne deinen Schmerz, die Vorwürfe, die Wut...

Dein Sternenkind wird für immer einen Platz in deinem Herzen behalten.

LG Eva

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Liebe Eva,

vielen Dank.Gerade habe ich wieder geweint.-Aber aus Dankbarkeit.! Ich hoffe du kannst nun mit deiner Geschichte umgehen, mit den Gefühlen.Denn ich glaube auch die Gefühle werden nie vergessen sein. Vielleicht hast du einmal Zeit, deine Geschichte auch hier zu schreiben? Wenn du das möchtest.. Ich danke euch, dass ihr es so schnell in die Liste aufgenommen habt..

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Guest aoife

Liebe Isbas,

ich habe hier schon meine Geschichte aufgeschrieben an anderer Stelle (wenn es dich interessiert - http://forum.adeba.de/tagebuch/8985-lieber-kaktus-15.html ab Seite 15). Es ist bei mir schon über ein Jahr her und ich habe im Januar einen gesunden Sohn bekommen, der zusammen mit seinem großen Bruder wieder ganz viel Sonnenschein in mein Leben bringt und mich gut beschäftigt. Trotzdem denke ich immer wieder an mein kleines Sternenkind und bin auch immer noch traurig, dass es nicht bei uns sein kann.

Ich weiß noch gut, dass es anfangs sehr intensiv war - meine Traurigkeit, ich war auch viel wütend und eifersüchtig auf andere Frauen und fand die Ungewissheit ganz schlimm, wie es dann weitergehen würde.

Jetzt kommt die Traurigkeit seltener, aber sie wird sicher für immer ein Teil von uns sein.

Ich finde es schön, dass du schon zu den anderen hier im Forum gefunden hast, die ebenfalls Eileiterschwangerschaften hatten. Ich finde es ganz wichtig, irgendwo jemanden zu haben, mit dem man darüber reden (oder schreiben) kann. Mir hat das sehr geholfen.

Nimm dir Zeit zum Trauern und zum Weinen. Das ist wichtig.

Und dann, wenn du dich bereit fühlst, wünsch ich dir, dass es ganz bald mit einem Geschwisterchen für dein Sternenkind klappt, das dann nach 9 Monaten kerngesund in deinen Armen landet.

LG Eva

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Liebe Eva,

ich hoffe du liest das hier..Denn mittlerweile schreibe ich zum 3ten Mal den Text..Ich weiß auch nicht, bei der Op muss man mir wohl ein bisschen Gehirn mit weggeschnitten haben.. So zerstreut und vergesslich wie ich bin. Und diesen Text hoffe ich, sende ich nach dem fertig sein wirklich ab, und drücke nicht wieder auf den falschen Button...

Ich habe deinen Thread gelesen. Bereits vor Seite 15. Nicht nur deine Geschichte, sondern du hast mich sehr berührt. Was dir geschah, wie du bangtest, zweifeltest, - aber auch deine Freude..Vor allem wie du schriebst, hat mich berührt..

Ich danke dir für deine Worte hier, und in deinem Thread. SO wie du , möchte ich das auch handhaben. Unter diesem Thema hier schrieben, was passiert, oder hier meinen Kopf entlasten. Aber schon in der Hoffnung, dass es jemand liest.. Mit Freunden reden fällt mir nicht leicht.Auch, oder schon gar nicht über dieses Thema.. Hier ist es einfacher.. Schreiben ist einfacher..und ich werde auch gleich wieder etwas Schreiben..

LG

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Ich wollte etwas zu einem Telefonat schreiben...

Unglaublich...

Da ich gerade eigentlich mitten in der Bachelor Thesis stecke und auch schon gut arbeit hinein steckte, musste ich mich in der Fh erkundigen, was nun geschieht, denn noch bin ich krank geschrieben und kann mir überhaupt nicht vorstellen so konzentriert an meiner Abschlussarbeit weiterzuschreiben, schon gar Nicht wissenschaftlich oder geordnet..

Ich wurde an eine Frau verwiesen. Ich erklärte ihr, dass ich an dem prüfungsrelevanten Block am WE nicht teilnehmen konnte, weil ich im KH lag. Und nun noch krank geschrieben bin. Sie sagte man höre mir an, das ich nicht dazu in der Lage sei, meine BA-Thesis weiter zu bearbeiten, ich bejate und sagte, dass ich deshalb anrufe. Und das vermutlich sogar noch ein weiterer Krankenschein folgt. Ich weiß nicht warum, wie sie es merkte.. Aber sie tat es..Sie fragte ob ich ein Kind verloren hätte. Ich schwöre ich habe keinen Ton gesagt und mir großte Mühe gegeben anständig zu sprechen, nur leider bin ich echt verpeilt im Moment. Naja Nachdem sie das sagte fing ich jämmerlich an zu weinen. Sie hatte eine so sanfte Stimme, ich war ihr überhaupt nicht böse. Sie sagte ich solle nicht aufhören zu weinen, solle es nicht schlucken.. ( Eine Frau, der Verwaltung in meiner FH!!).. Und sie sagte, sie hätte es geahnt, irgendwie.. Was für Antennen muss diese Frau haben?? Und sie erzählte, dass sie beretis 2 kinder verloren hatte. Und nach ihrem ersten Sternenkind zu schnell schwanger wurde, einen gesunden Sohn bekam, der heute erwachsen ist, der aber unter ihrer Angst und Trauer, die sie bis dahin nie verarbeitet hatte, litt. Er war überängstlich, weil sie so ängstlich war, bei allem was er tat.. Und dass sie später eine Tochter bekam, die ganz anders sei, eher forsch, und eher Selbstständig.. Ich sagte ihr ( dieser fremden Frau der Verwaltung der FH, die mir plötzlich so unglaublich nah war) dass ich schwanger war, gewollt und das es eine Eileiterschwangerschaft war, und auch das das kleine bereits 12mm hatte..Schon so weit..( für mich) Sie hat mich verstanden, mir aus der Seele gesprochen, ich musste keine Gefühle benennen oder sonstiges.. Sie warnte mich oder sprach von Dingen, bevor ich sie ansprach. Was für ein Telefonat..Eine halbe Stunde haben wir telefoniert, sie sagte mir dass es ihr so, so leid tut. Und zum schluss, dann erklärte sie mir auch kurz, dass ich mich vorerst nicht wegen der BA Thesis fürchten muss, denn 4 Wochen könnte ich diese ohne Konsequenz verlängern. Ohne jemanden einen Grund nennen zu müssen. Sie riet mir, mir den nächsten KS über 3 Wochen schreiben zu lassen und mir diese Zeit auch zu nehmen.. So unglaublich viel Verständnis.. So unglaubliche Antennen..Sie sagte mir auch, was ihr halt um Trost zu finden.. Ich hatte echt vermutet ich müsste mich etwas ganz anderem aussetzen, also dem "Vorwurf" ich wäre nicht aus dem Potte gekommen und wölle krank feiern um mehr Zeit zu haben. Schließlich hatte ich nicht vor irgend jemanden an der FH zu sagen was passiert sei.. Und bekommen habe ich ein unglaublich hilfreiches, wenn auch schweres Telefonat.. Ich bin dieser Frau so dankbar. Sie ist auch der Grund, dass ich mich vor ein paar Tagen hier anmeldete.. Und ich habe mir fest vorgenommen,und ich hoffe so sehr das das geht- das ich , wenn ich eine Kugel habe, also schwanger bin zu ihr gehe.. Erst klopfe, und dann hineintrete und mich zu erkennen gebe und ihr sage, dass ich nun auch gern meine Freude mit ihr teilen wollte, wo sie mein Leid mittragen musste, während des Telefonates.. Un dich schwöre, ihr tat es wirklich so, so leid...ich hoffe der Tag kommt, an dem ich glücklich bin, schwanger bin, mein Kind gesund unter dem Herzen trage, meinen Freund, ebenfalls gesund an meiner Seite habe, bzw die Situation es uns erlaubt viel viel zu Hoffen und uns zu freuen, einfach weil es so viele Gründe dafür gibt...Und da möchte ich zu ihr gehen, mich zu erkennen geben...Ihr nochmal danken...

Heute hatte ich schon wieder so ein Erlebnis, dass ich nun wirklich nur noch mit "Ironie oder schon bösen Sarkasmus" des Lebens nennen kann.. In letzer Zeit passierte das ständig.. Hier also mein tolles Erlebnis heute..

Ich dachte es sei vielleicht klug ein Krisengespräch bei einer Beraterin oder Psychologin zu haben, und ich habe bei einer sehr netten Therapeutin ein Gespräch bekommen. Sie musste also meine Daten aufnehmen. Als ich bei ihr anreif( musste auch nur bei ihr anrufen, hatte gleich geklappt) sagte ich nicht genau worum es geht nur das ich eine OP hatte. So, sie nahm also vorneweg meine Daten auf, las meine Karte ein, fragte ab.. Als sie fast mit Telefonnummer, Adresse, Familienstand fertig war, sagte sie folgendes:

"Oh, Frau .., da habe ich ihnen gerade glatt ein Kind untergejubelt in ihren Daten!"

was soll man dazu noch sagen?? Ich musste mir die Tränen so sehr verkneifen und dachte- so unrecht haben sie damit gar Nicht..deswegen bin ich ja da....

Am Ende war es nicht hilfreicher, als dieses Forum, ehrlich gesagt..Sie sagte das selbe wie ich von zb Eva las..Ich soll mir Zeit geben und Trauern, und dass ich das auch darf..Aber das es doch toll ist, dass mein Freund und ich so fruchtbar sind, weil es so schnell geklappt hatte, mit der SS..

Für heute war es das erst einmal..

LG an alle Sternenmuttis da draussen..Und in Liebe Küsse, an all die Sternenkinder! Besonders für meines...und eines noch, ich muss das jetzt sagen, ich empfinde Liebe für dich, ab dem Moment, an dem ich wusste ich bin schwanger,und dich in mir trage, wollte ich dich beschützen und lieben, behüten..es tut mir so leid, dass ich das nicht konnte.. Es tut mir so leid, dein Weg war fast fertig, du warst so unglaublich nah an deinem Ziel..Dir hat nicht mehr viel gefehlt um dort anzukommen, wo du hättest bleiben und weiter wachsen dürfen..ich werde dich nie vergessen!!und hätte es nur eine Möglichkeit gegeben, ich hätte das nicht zugelassen!!!

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Liebe Isbas,

ich lese deine Beiträge seit du dich angemledet hast. Es tut mir so unendlich leid das auch du das erleben musstest. Nimm dir Zeit und weine, wie Eva schon geschrieben hat.

Ich drück dich einfach mal ganz fest.

Schön ist von deinen tollen Erlebnissen zu lesen.

LG Caro

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Also, irgendwie weiß ich Moment nichts mehr...

Mir ging es gestern schon zwischenzeitlich so, dass ich- wie taub bin.. Das macht mir Angst und ich finde es "üngenügend"... Ich muss im Bezug dazu( und ich weiß es ist absolut nicht rational) an die Stunde vor der OP denken.. Wie alle anderen, bekam ich so eine "Lmaa"- Tablette, zur Beruhigung.. Im Vorbereitungsraum der OP, schaute die Anästhesistin mich ganz verdutzt an und fragte ob ich denn keine Tablette bekommen hätte...ich sagte "ja"- sie fragte mich dann, warum ich noch immer so furchtbar verängstig drein schaue- oder wirke... TJA- ähm dafür hätte ich den Publikums- Joker gebraucht, war wohl die 1Millionen Euro Frage...

Na ja vielleicht gibt es jetzt eine mögliche Antwort-die Tablette wirkt mit Verzögerung..?!

Obwohl ich trotzdem merke, dass es ir nicht gut geht.. Dummer Wiese hab ich von Zeit zu Zeit das Gefühl noch schwnager zu sein.. Gestern dachte ich noch der erste Schock, darüber, dass Operiert werden musste, und warum sei überwunden..Jetzt denke ich gerade, ich habs halt einfach nicht "gerafft"

Ich hatte doch von der Psychologin erzählt, und ständig schwirren mir nun ihre Worte im Kopf herum, mit denen sie mir so gar Nicht geholfen hat.. "Statistisch gesehen",- "geht jede 2te Schwangerschaft schief" - sie wollte mir damit sicherlich den Schrecken der Geschichte nehmen.. Das Resultat ist nur noch mehr Angst.. Wie soll mich das ermutigen? Und es macht die Sache einfach nicht besser.. Auch wenig hilfreich ist der Satz , das es am Kind liegt und nicht an mir, das das Kind den Weg nicht zu ende gegangen ist. HALLO?!?! Was kann dieses kleine Wesen denn dafür?? Es war doch so nah?Und in meinen Augen wollte es auch leben!Es hat sich doch nicht absichtlich im Eileiter eingenistet!! Das muss doch wohl jedem logisch sein?! Oder ist das etwa auch irrational von mir gedacht??? -

NA ja ich hab mir vorgenommen alles, was mich gerade wurmt mit etwas Guten abzuwägen.. Am Freitag werden mir die Fäden gezogen und ich habe vor zu fragen ob ich danach dann zu meinem Freund fahren darf, wenn ich nicht umsteigen muss ( die Zugfahrt beträgt 7 Stunden!!!) . Im IC kann man auch halbwegs liegen, und wenn ich aufstehen muss, und Stehen will, kann ich das auch... Ich will einfach zu ihm, auch wenn ich weiß, dass er so wenig Zeit gerade hat.. Er arbeitet in der Gastronomie auf Rügen und gerade gestern Abend und heute hat er bis in die Puppen zu tun. Aber ich wäre schon gern da.. Außerdem würde ich gerne an "meine Stelle" gehen.. Ganz in der Nähe unserer Arbeit ( ich hab in der Vorlesungsfreien Zeit immer dort oben gekellnert) ist der Strand, und "meine Stelle" ist eine Art Podest, mit Bänken, von dem eine Treppe zum Stand führt, auf der ich gerne sitze, wenn noch keine Urlauber da sind. Und dann schaue ich aufs Meer.. Und habe Ruhe...

Leider muss ich meinen chef da oben noch irgendwie erklären, dass ich ihm zu Pfingsten wohl doch nicht aushelfen kann.. Ich weiß nicht, ob ich bis dahin so fit oder so belastbar bin, um bis in die Puppen die feierlaunigen Gäste mit Nachschub zu bedienen...Auch wenn ich gerade jetzt das Geld eigentlich dringend bräuchte, schließlich flattert ja bald die KH- Rechnung ins Haus..Und da ich nun nur vom Bafög und dem Arbeiten in der Saison lebe- ist das für mich viel Geld..

Mir schwirrt noch etwas im Kopf herum...Und nahm ein Gutes Ende, irgendwie...

Ich habe mich damals oft gefragt ob es die "bedingungslos Liebe" wirklich gibt. Meine Berufswahl kommt nicht von ungefähr, ich stamme aus einem eher "Problembelasteten " Elternhaus und hatte was das betrifft einiges aufzuarbeiten.Und ich hatte damals schon gestrichen die Nase voll, dass es ständig Leute gibt, die denken, dass Kinder wie ich einen "vorgeschriebenen" Weg gehen müssen.. Oder einfach nur an pädagogischem Pessimismus leiden..Aus mir ist schließlich auch weitaus mehr gewurden, als man das damals "erwartete" Un dich bin bei weitem nicht die einzige, die die Kurve bekommen hat.. Na ja weiter im Text.- Ich hatte aufgrund der Vorgeschichte echt Angst, niemals eine gute Mutter sein zu können, trotz aller Versuche. Aber, als ich schwanger war- besser als ich den positiven Test so ca 200 Mal fotografierte, da war alles anders.. Ich dachte immer, Muttergefühle kommen in der Schwangerschaft, also bilden sich während der 9 Monate- und bauen sich dann aus. Ich hätte nicht gedacht dass man SOFORT so für jemanden fühlen kann... Aber zumindest weiß ich darum jetzt, dass ich mich zumindest darum nicht sorgen brauche, das war ja auch ein Grund, warum ich doch recht lange warten wollte oder musste, bis ich Anfang des Jahres dieses eindeutige "JA" für ein Kind in mir spürte... Tja.. Ich will überhaupt nicht sagen, dass meine Gefühle bereits ausgebaut waren, ich denke der Bezug zum Kind, und diese sofortige Nähe wird immer stärker.. Aber ich habs zumindest auch gespürt. Und spüre es noch.Auch die Nähe. Das ist doch gut.Und zeigt mir, dass meine These von damals über den Haufen geworfen werden kann,und mal wieder den Beweis das man trotz schwieriger Startbedingungen seinen Weg finden kann. Und ein noch deutlicheres JA für meinen Beruf. ..

PS- liegt das an mir und weil ich im Moment so ewig brauche aus dem Pott zu kommen? Immer, wenn ich etwas geschrieben habe, sagt die Seite mir ich müsse mich erst wieder neu anmelden um "antworten" zu können..

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zu einem Vertretungsarzt gehe ich nie wieder!

Da ja meine FA im Urlaub ist, musste ich heut wieder zu ihrer Vertretung. Fäden hat sie gezogen, und das auch ohne ein Problem. Am Schluss aber fragte diese Person mich allen Ernstes, was an meiner Situation denn so schlimm ist? !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Kann man das glauben? Ich habs jetzt noch nicht verstanden! Ihr Begründung, dass es quatsch ist, dass ich geweint habe ( habe übrigens weinen müssen, weil im Wartezimmer eine Hochschwangere herumlief...)- war, dass ich doch schließlich nicht gestorben sei und der Eileiter ja erhalten werden konnte...

als ob das im Moment mein Problem wäre!!!! Hätte ich gekonnt, ich hätte getauscht..

Kurz darauf bin ich dann beim Hausarzt zusammengebrichen. Mit der FA wollt ich danach nicht mehr reden. Habe nur noch ein "ist schon gut " rausgepresst" und ein "es geht schon" -wie so oft in letzter Zeit.

so etwas derart unsensibles!!!

So, ich musste meinem Frust erst einmal Luft machen. Mein Freund scheint allmählich der Meinung der Vertretungsärztin zu sein. Er meinte "warum bist du heute denn SCHON WIEDER zusammengebrochen?" - und "wir müssen auch irgendwann mal nach vorne schauen" nur zur Info, ich bin das erste Mal zusammengebrochen und bestimmt nicht stolz darauf und wenn ich mir meine ****** situation aussuchen könnte, sähe diese mit ABSOLUTER Sicherheit absolut anders aus! Und es besteht keinerlei Zweifel daran, dass ich nach vorne schauen will, aber kann man mir nicht mal Zeit geben das alles zu verpacken und zu verarbeiten?????Vor ner Woche lag ich noch im Krankenhaus! Soll ich jetzt Seiltanzen oder was??? unfassbar... ****** Gefühl...

Wie dem auch sei, mittlerweile geht es mir besser. Aber die Sprüche von heute, hätte man sich echt sonst wo hinstecken können! Und ich finde es ehrlich auch nicht fair von meinem Freund. Soll ich mich rechtfertigen, allen Ernstes?????Kann man den Tag irgendwie streichen, bitte?!

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PS- liebe Klopfer

Vor Lauter Aufregung habe ich vergessen: Danke dir..Für deine Nachricht..und die Worte.. ich wünsche euch einen schönen- angenehmen Abend noch

eines Tages schreibe ich voller Glück in einem anderen Forum...

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liebe isbas

ich kann leider was deine situation angeht nicht mitreden, ich hatte keine eileiterschwangerschaft (kind verloren in 25 ssw) dennoch gibt es wohl bei allen frauen die ein kind verloren haben parallelen-menschen(ja, man darf mich hauen) halten sich für unheimlich intelligent und fortgeschritten-aber sehr oft sind sie einfach nur dumm und unempathisch. aus , ende...

es ist schwer, nachzuvollziehen was alles in einem vorgeht, wenn man es nicht selber erlebt hat, keine frage, und das erklärt so manch blöde aussage, ABER, was sich dein fa geleistet hat geht meiner meinung nach gar nicht.

du musst dich nicht rechtfertigen, und wenn dich jemand nicht verstehen kann, sein pech-tu alles was du brauchst, willst um irgendwie mit der situation klarzukommen, alles andere ist egal. DU musst mit der situation (weiter)leben können und niemand sonst.

schick dir alles liebe

m.

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Guest aoife

Empathie steht im Medizinstudium definitiv nicht auf dem Stundenplan und manche Absolventen haben davon von Natur aus gar nichts mitbekommen. Das ist leider so und es tut mir echt leid, dass du grad jetzt an so ein Exemplar geraten bist.

Noch trauriger find ich aber die Reaktion von deinem Freund... auch wenn er deine Gefühle nicht versteht, könnte er doch einfach akzeptieren, dass du grad traurig bist und dich einfach mal in den Arm nehmen... vielleicht findet ihr ja Gelegenhgeit, euch diesbezüglich noch mal auszusprechen...

Mein Mann und ich haben Monate nach der FG darüber gesprochen und er hat mir gesagt, dass er damals kein Kind verloren hat. Für ihn war das noch gar nichts fassbares... für ihn hat es einfach nur etwas länger gedauert, bis unser Kind dann zu uns kam. Und für ihn war die FG dann auch mit der Folgeschwangerschaft ausgeglichen. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mir das so ehrlich gesagt hat, auch wenn es mir wehtut, dass er um unser Sternchen nicht so trauert wie ich. Aber ich weiß jetzt, dass die Väter bei so frühen Fehlgeburten einfach tatsächlich bei weitem noch keine solche Bindung zum Kind haben wie die Mütter. Du hast so schön von deiner Liebe zu deinem Sternenkind geschrieben - und so ist es einfach. Frau hat von dem Moment an, in dem sie weiß, dass sie schwanger ist eine Beziehung zu dem Baby, egal wie klein es noch ist.

(Und ich finde, das ist ein wunderschönes Geschenk, dass dein Sternenkind dir gemacht hat, oder)

Mein Mann hat mir aber wenigstens meine Trauer zufestanden - und ich finde, das sollte auch immer so sein in einer Partnerschaft.

Und natürlich wollte euer Sternchen leben und zu euch kommen. Aber in der Natur passieren immer wieder schlimme Fehler, für die einfach niemand etwas kann...

Halt dich an dem fest, was du an positiven Reaktionen erfahren hast und erfährst. Und lass dir die Zeit zum trauern, die du brauchst. Es ist noch so frisch...

LG Eva

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  • 2 weeks later...

20 Tage

20 Tage ist es nun her.. Und irgendwie will ich es teilweise immernoch nicht glauben.. Und teilweise denke ich "jetzt geht es mir schon besser" .. Belastbar bin ich aber irgendwie auch noch nicht... Und ich fühle mich allein.. Ich konnte zu Pfingsten noch nicht wieder Arbeiten.. Ein Arbeitskollege ( mehr oder weniger) sprach mich an..Weil ich wieder rauche. Er sagte " rauchen ist nicht gut für das Kind" Tja.. Dh die Mäuler werden sich schon schön zerrissen.. Keine Ahnung wer etwas von wem weiß, aber naja..Dorf.. Das schlimmste ist aber, das ich regelrecht "geschnitten" werde. Was mir zusetzt. Statt hinter meinem Rücken über mich zu reden, sprecht mich doch bitte einfach an!! Das wäre wirklich wesentlich einfacher für mich..Momentan neige ich echt zum Rückzug um solchen Situationen wie eben beschrieben aus dem Weg zu gehen. Der "Kollege" hatte bei den Laberein etwas falsch verstanden und dachte ich bin noch schwanger.. Mal wieder Ironie.. Da raucht man nicht, weil man dem Kind nicht schaden will, dabei wäre das rauchen noch das kleinste Problem gewesen... Ich habe dann hinterher erklärt, dass ich nicht mehr schwanger bin, obwohl es mir fatal schwer fällt das zu sagen und auch zu glauben..

Aber immerhin geht es so schon irgendwie besser.. Ich denke der erste Schock ist wirklich weg.. UND ich habe schon jetzt Mut gefasst. Ich meine einmal auf der falschen Seite der Statistik zu stehen reicht doch aus.. Das muss ja nicht noch einmal passieren..Und mein Opa, und der Opa meines Freundes passen bestimmt gut auf unser Sternenkind auf.. Und behüten es. Mein Opa ist so ein lieber Mensch gewesen und so Kinderlieb. Ich hoffe beide haben sich gefunden... das gibt Trost... Und macht das sanfter.. Ich will nichts davon hören, dass mein Sternenkind auf jemanden aufpassen soll, von da oben. Es ist doch selbst noch so klein und braucht Schutz..ich will es in guten Händen wissen.. Und bei meinem Opa ist es das.Sehr sehr gewiss..Ich hoffe darauf.

Trotzdem habe ich immerwieder das Bedürfnis mich auszutauschen.Aber mit wem????So habe ich Grüblerein, die mir den Schlaf rauben... Auch nicht das beste.... aber überall schwangere Frauen, Babywerbung..Und keinen um mich, der sieht , wie sehr mir das weh tut..Nicht mal mein Freund..das mit ihm ist eher wechselhaft.Letztens hatte er noch die schönste Idee, die mich so rührte.. Ein Floß mit einer Kerze wollen wir bauen. und aufs Meer setzen ich hoffe der Wind spielt mit...

Andererseits fragt er mich immer wieder "was ist los mit dir" was mich stört..Es ist immer das selbe los mit mir, wenn ich nachdenklich oder schmerzlich aussehe..Der körperliche Schmerz ist nicht so groß wie der psychische.. Aber im "Norden" ist ja eh alles kühler.... Warum fragen was los ist??? Na ja immernoch besser, als so zu tun als wüsste man von nichts und mir aus dem Weg gehen...Und auch noch "falsche" Details weitergeben...ist ja nich nicht genug, worüber ich wütend oder traurig bin.. Wäre ja auch quatsch...10 Kreuze wenn mal einer offen auf mich zugeht.oder mich einfach in den Arm nimmt.. naja.. das war es für heute....

Eins noch, kleiner Zwerg da oben: ich danke dir!!! Und ich hab dich so lieb.. Wenn ich an dich denke, dann ganz warm..Ich hoffe du bist bei deinem Großopa... Er ist eine wirklich gute Seele. Auch der Opa von deinem Papa war ein lieber.. Sie sollen gut auf dich aufpassen.Und nicht zu streng sein...ich hab dich lieb..

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