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pflegebedürftige Eltern - Grund zum Schämen?!

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Bibbi
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HalliHallo,

mich beschäftigt eine sms gerade ganz schön ... und ich frage mich wie ihr darüber denkt. Mir ist klasr, dass vermutlich niemand sagt - ich kann das aber verstehen, so ne sabbernde Oma ist ja auch kein schöner Anblick für mein kleines Kind - aber nun von Anfang an...

zur Erklärung: wir wohnen hier recht dörflich/Kleinstadt - mit genau diesen vorurteilsbekannten Struckturen (sagte ich nicht mal, dass ich in sowas nie ziehen wollte :abiggrin: - gsd liegt unser Gut 2,5 km vom Kern entfernt - also weit genug weg...... das aber nur am Rande.

Liam ist ja hier im neuen KiGa - er hat da auch einen Freund gefunden, A. - ein wilder, Lieber - wie Liam eben.

A. ist diese Woche 6 geworden, heisst also - er geht mit Liam zusammen ab nächstes Jahr in die Schule.

Vor 2 Wochen hat mir A.'s Mutter ein Zettel in das Fach gelegt, ob die beiden sich nicht mal treffen könnten. A. würde das sehr gefallen. Ich habe ihr heute geantwortet, mich entschuldigt, dass ich mich vorher nicht gemeldet habe und Liam sehr gern mal mit A. was unternehmen wolle.

Sie schrieb mir per sms zurück, dass sie Liam total gern mag, er so ein lieber wilder Kerl wäre und das er gern auch mit zu Ausflügen mitkommen kann wenn er mag. Oder sie bei A. das Zimmer verwüsten könnten um es anschließend wieder aufzuräumen.

Sie habe gestern im KiGa mit A. zusammen Geb. nachgefeiert und die drei haben wohl ne Menge Spass gehabt - stimmt, Liam erzählte mir gestern davon :awink:

und dann kam eine SMS hinterher, um die es hier nun eigentlich geht...

Zitat:

Ach ja, nur zur Info - meine Mutter ist pflegebedürftig und bettlägerisch ... das hat keinen Einfluss auf irgendwas sondern dient nur zur Info.

mich macht die SMS einfach nur traurig - warum müssen wir uns für Menschen entschuldigen, die gepflegt werden ?

Sollten wir nicht lieber Hochachtung haben vor den Leuten, die das auf sich nehmen - statt sie sich auch noch dafür entschuldigen lassen?!

Ich versteh unsere Gesellschaft manchmal nicht - oder hab ich sie falsch verstanden/interpretiert?

Bin ich zu naiv um vll. Gefahren nicht zu sehen, die andere erkennen?

Was meint ihr?

Edited by Bibbi
Name des Kinders abgekürzt
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Sehe ich genauso!

Für Eltern sollte man sich nie schämen, egal ob sie pflegebedürftig, krank oder behindert sind. Man sollte sich für niemanden auf der Welt schämen nur weil was anders ist :)

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aber Uta, ich hab die Frau noch nie gesehen weisste - wir haben wie gesagt die Zettel ausgetauscht und sie schrieb mir heute morgen 2 SMS - die letzte davon dann die. Im KiGa ist A. meist schon da wenn ich komme und schon weg wenn ich gehe.... ich kenn sie also NULL.

Diese direkte Konfrontation ohne überhaupt schonmal ein Treffen ausgemacht zu haben sagt zumindest mir, dass sie massive andere Erfahrungen diesbezüglich wohl schon gemacht hat und mich irgendwie da vorwarnen wollte bzw. ihren Sohn evtl. auch schützen, falls ich so geschockt bin, dass ich Liam den Umgang verbiete... ich finde es so schade für sie vor allem.

Wieso muss sie überhaupt "informieren"? Gehören unsere Vorgeneration mit all ihren Schwächen und Gebrechen nicht genauso zur Gesellschaft? Mensch, wir werden doch alle alt :traurig:

ich weiss ehrlich gesagt überhaupt nicht, wie ich am Besten reagiere.... würde ihr gern signalisieren, kein Problem - allerdings wenn ich es direkt anspreche, mach ich es ja zu einer diskussionswürdigen Sache - und das will ich nicht, weil ich es absolut normal finde!

Edited by Bibbi
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Ich würde die SMS auch nicht als Entschuldigung auffassen sondern einfach als Info für Dich.

Wenn die Mutter zu Hause gepflegt wird, kann es ja sein, dass Liam sie sieht und sich vielleicht erschreckt wenn er die unvorbereitet sieht, so kannst du ihn eventuell schon vorab darauf vorbereiten oder eben danach mit ihm sprechen.

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Aber wenn du sie doch NULL kennst, wie du sagst, warum denkst du dann so?

Wir leben in einer Gesellschaft, wo alt und pflegebedürftig sein oder werden irgendwie tabuisiert wird und gerne eben auch "ausgelagert".

Darum können die meisten damit einfach nciht mehr umgehen, weil eben der Kontakt fehlt. Ist wie mit dem Tod. Der Tod wird zum Mysterium, weil kaum noch zu Hause gestorben wird. Früher war das alles sehr viel normaler und weniger erschreckend. Eben auch für die Kinder.

Und dann kommen die Fragen, auf die wir auch kaum Antworten finden, weil wir es eben selbst nicht mehr kennen.

Natürlich kann auch deine Interpretation richtig sein und das wäre dann wirklich sehr sehr traurig.

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Kurz dazu aus Sicht einer die es erfahren hat: Wenn Eltern(teile) pflegebedürftig sind...ich habe es immer vorher gesagt, wenn Besuch kam. Einfach um den Besucher vorzubereiten. Die meisten Menschen sind nach meinen Erfahrungen eher unsicher im Umgang und es war mir wichtig, dass mein Besucher die Chance hatte vorher sich mit dem Thema zumindest gedanklich kurz befassen.

Der Anblick ist teilweise kein Schöner und auch Gerüche und Geräusche sind für manche Menschen eher "schwierig" und können Menschen, die bisher wenig Berührungspunkte mit Schwer(st)kranken hatten, leicht überfordern.

Der Satz "Für seine Eltern sollte man sich nicht schämen" ist eine schöne Theorie, die der Praxis in der Regel nicht Stand hält. Niemand wird sich offenkundig schämen, jedoch ist immer ein Gefühl des "nicht normal seins" präsent, mit dem man umzugehen lernen muss.

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aber das geht doch genau in meine Richtung Uta - sie ist gezwungen so zu agieren, weil die Gesellschaft damit nicht umgehen will... und das finde ich verdammt traurig.

Und ich denke so, weil ich keinen andern Grund finde als eben - mich "vorzuwarnen" - und da frage ich mich - ist das echt nötig?! Ich find es eher traurig....

- - - Aktualisiert - - -

ich möchte das nicht liken was du schriebst Astrid, das Thema ist viel zu ernst - aber im Grunde beschreibst du das, was ich meine - gib mir einen Tipp bitte - wie kann ich ihr zumindest bei mir dieses Gefühl nehmen?

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Also eines kann und möchte ich klar zum Ausdruck bringen...mir ging es nie darum den Zustand zu rechtfertigen oder sich zu entschuldigen. Für Schicksale ist das nicht nötig...finde ich und in den 10 Jahren, in den wir mit der Situation gelebt haben, haben wir uns nie rechtfertigt. Der Anblick eines Schwerkranken/Sterbenden ist einer, der sich einbrennt und selbst erfahrene, Erwachsene Menschen können daran schwer zu knabbern haben, Kinder je nach Alter auch...abhängig vom Kind.

Bibbi, was mir damals immer geholfen hat, war ein Signal oder auch einfach eine verbale Rückmeldung des Besuchers, dass es in Ordnung ist und dass er damit zurecht kommt.

sorry ich muss...Zwerge schreit wie am spies...heute Abend mehr...

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danke heissi - hast mir echt geholfen... und nein, niemand liegt da weil er das so lustig findet. Und niemand pflegt, weil er gerade nichts anderes zu tun hat.

und ich werde ihr dann denke ich ein Signal geben, dass es für mich und auch für Liam absolut ok ist. Der kommt damit klar, das weiss ich - er ist ein Kind, was sofort fragt und sich so die kleine Seele reinwäscht :awink:

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ja Uta - das wünsche ich mir für ihn auch, echt - hat ihm selbst mit seinen 5 Jahren (in Bezug auf seinen Vater zB.) schon ne Menge erleichtert und geholfen ... auch da ist er absolut anders als Simon - der frisst wirklich alles in sich rein....ganz schwierig ihm da zu helfen - überhaupt ran zu kommen.

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Oh, bei mir währe das jetzt sofort auf dem Apelohr angekommen, dass ich mein Kind darauf vorbereite, dass da noch die Oma von A ist und dass die schon sehr alt ist und nicht mehr laufen kann. Ich hätte das jetzt nicht als Entschuldigung für die kranke Mutter aufgefasst.

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es ist in der tat traurig, man muss sich heutzutage vorallem für alles stinknormale und natürliche rechtfertigen, sonst ist man rücksichtslos.

es ist der letzte shice

Da möchte ich gerne noch etwas zu sagen :nod: Durch die Situation an sich rutschst Du zwangsläufig in ein soziales Umfeld, das den Pflegebedürftigen zum Mittelpunkt aller Aktivitäten hat. Ich habe in keinem Fall erlebt, in dem das Umfeld eine "Nichtwarnung" als rücksichtslos empfunden hätte. Viele waren eher peinlich berührt und wussten nicht wie sie reagieren sollten.

Pflegebedürftig ist nicht gleich pflegebedürftig. Wenn die Einschränkungen nicht so offenkundig sind oder Pflegebdürftige geistig noch voll am Tagesgeschehen teilnehmen kann, in Ort und Zeit orientiert ist und einer Unterhaltung folgen und daran teilnehmen kann, finde ich es nicht unbedingt nötig, etwas zu sagen.

Ich sehe es auch heute noch als Gebot des Respekts und der Höflichkeit ein kurzes Wort darüber zu verlieren bevor jemand Fremdes den Haushalt betritt...Respekt und Höflichkeit dem Besucher gegenüber, denn er weiß dass in der Familie etwas anders ist als man es alltäglich erwarten würde und um ihn eine Chance zu geben nicht unbedarft mit einer Situation konfrontiert zu sein, die derjenige nicht gut bewerkstelligen kann.

Und auch dem Pflegebedürftigen gegenüber, denn es ist einfach erniedrigend und herabwürdigend für diesen, wenn der Besuch nichts anderes tut als zu starren und hilflose Floskeln zu stottern...dabei kommen gerne recht verletzende Dinge raus, die gar nicht beabsichtigt waren.

~~~~~~~~~~

@Bibbi: Es müssen keine großen Worte sein, ein Signal oder sei es eine Antwort-SMS "Alles in Ordnung, das ist kein Problem" oder so reicht völlig.

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Gefahr nicht Kikra - es ging mir um sie - ich hab da überhaupt kein Problem mit... vll. sehe ich aber wirklich zuviel darin. Mag sein :awink:

Ich frag mich einfach - was treibt sie an, um mir das in der 2. SMS gleich (so) mitzuteilen...

vielleicht hat sie schlechte Erfahrungen vorher gemacht und sagt es jetzt vorher? so liest sich das für mich irgendwie.

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