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Verhältnis zur eigenen Mutter

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Julikäfer
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Hallo Ihr Lieben,

benötige dringend mal etwas Austausch über die eigenen Mütter... :o

Wenn ich an meine Mutter denke, ist mein erster Impuls Abwehr. Ich will sie nicht sehen, nicht hören und manchmal wünschte ich, es gäbe sie gar nicht.

Ich mag sie nicht. Es ist nicht einmal so, dass ich sie hasse - ich fühle einfach keine Zuneigung zu ihr, oft aber Abneigung.

Wir wohnen weit genug auseinander, um einander nicht in die Quere zu kommen und ich bin nicht zögerlich, meine Meinung zu äußern oder Grenzen zu setzen wenn es mir zuviel wird ... aber - es macht mich traurig.

Zum einen, weil ich nicht glaube, dass sie mir ganz so egal ist, wie ich immer denke und ich mir immer wieder einmal wünsche, es könnte schön oder zumindest entspannt zwischen uns sein.

Und zum anderen, weil unser erstes Kind, ihr Enkel, bald auf die Welt kommen wird und ich mir wünsche, dass meine Schwierigkeiten mit meiner Mutter nicht deren Beziehung im Wege stehen sollen.

Aber schon jetzt merke ich, dass sich mir beim Telefonieren mit ihr die Nackenhaare sträuben :eek: , ich will nicht mit ihr über meine Schwangerschaft reden (habe das Gefühl, mich verletzlich zu machen), finde sie jetzt schon in ihrer Art über unser Baby zu reden aufdringlich und übergriffig. Ich kann mir nicht vorstellen, sie besuchen zu wollen, jetzt, während der Schwangerschaft nicht und erst recht nicht wenn unser Baby da ist, mir wird schlecht bei dem Gedanken, vor ihr zu stillen un dich habe Sorge, nicht auseinanderhalten zu können, wann ich einfach empfindlich bin und ob/wann unser Kind Schutz braucht :confused: .

Es ist trotz allem undenkbar für mich, sie "einfach gar nicht mehr zu sehen" denn, sie ist ja kein Ungeheuer (auch wenn ich mich so anhören mag), und nur weil ich mit ihr Schwierigkeiten habe, heißt das ja nicht, dass es unserem Kleinen auch so gehen wird...

Kennt Ihr solche Gedanken/Gefühle/Schwierigkeiten - wie geht ihr denn damit um ?

Liebe Grüße :)

Yasmin

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Hallo Yasmin,

ich finde es schade, dass Du solche Gefühle hast. Ist denn irgendwas mal vorgefallen, dass Du so für sie empfindest? Ich kann nur sagen, dass ich solche ähnlichen Gefühle gegenüber meinem Vater habe. Meine Mutter habe ich sehr geliebt, aber sie verstarb als ich 15 Jahre alt war. Weiß Deine Mutter, wie es Dir geht? Vielleicht wäre es ganz gut, wenn Du mal mit einer neutralen Person (eventuell psychologischer Berater) über Dein Problem sprichst und wenn Du Dich stark genug fühlst, sie auch miteinziehst. Ansonsten kann ich nur sagen, dass Du nur das machen solltest, wozu Du auch bereit bist. Wenn Du nicht vor ihr stillen möchtest, dann mach es einfach nicht. Wenn Du Dein Baby nicht mit ihr allein lassen möchtest, dann tue es nicht. Mein Kind wird auch nicht bei seinem/ihrem Opa allein sein. Es scheint schon ein tieferes Problem bei Dir zu sein und ich denke, da kann Dir nur von professioneller Seite her geholfen werden.

Ich wünsche Dir viel Glück und Kraft.

Liebe Grüße

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Also ich muss sagen ich hatte eigentlich immer schon ein sehr sehr gutes verhältniss zu meiner mutter, aber seit ich ausgezogen bin ist es noch sehr viel besser geworde. Die altäglichen reiberein fallen weg u.s.w. Deswegen hatte ich angst das meine mutter meine kinderwunsch ablehen würde, aber gott sei danke freut sich sich total für mich. Und wenn ich mir vorstell ds ich in der ersten schwangerschaft und babyzeit mehr oder weniger ohne meine mutter zu verbringen wäre das für mich ein alptraum. Und wenn ich mit vorstelle das du im grunde so "neutrale bis abweherende" haltung hast find ich das total traurig weil ich weiß was dir im grunde entgeht:( . Und ich hoffe für dich das es sich vielleicht doch noch ändert:)

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Guest bianca81

hi julikäfer, du hast dich noch nie völlig von deiner mutter gelöst - kann das sein?

du bist ihr gegenüber immer die tochter, nie ein einzelnes individuum. und so siehst du dich auch anscheinend. arrgh... solltest du aber unbedingt vor der geburt des kindes klären.

und so schwer ist es nicht ;)

was hast du genau für ein verhältnis zu deiner mutter? denn irgendwo her muss ja diese abneigung kommen, denn ich erkläre sie mir nur daraus, dass du dich halt ausschließlich als tochter siehst.

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Hallo Lilly,

mir fällt einiges an verletzendem und traurigem ein aber zum einen geht es wohl den meisten von uns so ohne, dass wir so empfindlich reagieren :cool: , und zum anderen, kann ich mich schon auch an schönes erinnern - zusammen basteln oder Plätzchen backen, Bäder in der kleinen Wäschewanne auf dem Balkon...

Gesprächstherapie mache ich schon eine ganze Weile, ursprünglich weil ich selber gerne therapeutisch arbeiten wollte und mir jemanden gewünscht habe der mich auf meine blinden Flecken aufmerksam macht (ohne selber involviert zu sein !). Aber meine Gefühle zu meiner Mutter sind ein zäher Brocken...

Wie ist es denn für Dich mit Deinem Vater, hast Du das Gefühl zu wissen, worum es da mit Euch beiden geht und gibt es etwas, das Dich stärkt und Dich "in Deiner Mitte hält" wenn Ihr Euch begegnet (sofern Du das brauchst) ?

Danke jedenfalls für die Bestärkung :)

Hallo Lilli,

ach, das hört sich schön an :)

Ich glaube ja, dass dieses Thema vielleicht gerade jetzt nochmal so stark hochkommt, gerade weil es mir vor der Geburt nochmal die Möglichkeit geben will "es zu lösen" - es ist mir nicht völlig unvorstellbar, dass es auch schön sein könnte, meine Mutter als Oma zu erleben und es tut gut, mal zu hören, dass es Mütter wie Dich gibt, die das richtig genießen können - wirkt inspirierend !

Hallo Bianca,

ja, es ist wirklich oft so, dass ich das Gefühl habe mein Selbst-Bewusstsein in Gegenwart meiner Mutter zu verlieren, allerdings habe ich meine Mutter nie bewusst als "Mutter" anerkannt (also mich auch nicht als ihre Tochter) und so fühle ich mich völlig identitätslos ihr gegenüber und kann kaum Stellung beziehen. Dadurch halte ich mich selbst in einer geschwächten Position aber ich hab' den Dreh noch nicht raus :confused:

und so schwer ist es nicht (Dein Zitat)

Aha ? Erzähl mal ... (smile)

Liebe Grüße

Yasmin

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Guest bianca81

ich hatte gemerkt, dass es die kleinen dinge sind, die einer mutter bewußt machen, dass da nicht ihre tochter sondern ein individuum vor ihr steht mit eigenen lebensvorstellungen.

z.b. beim kochen, deine mutter hat schnitzel immer mit kartoffeln gemacht; du machst sie mit pommes, promt kommt der spruch: aber mit kartoffeln ists besser. und bei genau solchen kleinen winzigen dingen, einfach zu sagen: nö, ich will es so und mir gefällt es so.

meist reißen sich die mütter dann zusammen und verkneifen sich einen weiteren kommentar.

ich habe oft gemerkt, dass meiner mutter, auch nach diskussionen z.b. über meinen kaiserschnitt, bewusst wird, dass da ein ebenbürtiger steht, der genau so viel respekt und achtung von anbeginn verdient, wie jeder x-beliebige auf der strasse. nur mit dem unterschied, dass zwischen euch noch so ein urvertrauen existiert, sollte es jedenfalls.

aber bei dir hört sich das leider gar nicht so an, mensch was ist denn schlimmes passiert, dass du deine mutter nie als mutter gesehen hattest? war sie nie da?

da hast du es echt schwer überhaupt position zu beziehen. man, man - es hört sich echt schwerwiegender an, als, dass es noch vor der geburt eine komplette klärung der rollen gäben könnte. in deiner haut möcht ich nicht stecken, so ein spangat mit sich selber und danach noch mit kind und mutter...

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Liebe Bianca,

jetzt muss ich ja doch ein bisschen lachen (über mich)...denn so schlimm ist es wirklich nicht :) Zumindest nicht durchgängig.

In manchen Momenten nehme ich mir das ganze sehr zu Herzen und dann schmerzt es auch oder frustriert mich. Aber es gibt so viel schönes in meinem Leben, dass ich mich davon gut tragen lassen kann und auch sehen kann, dass es meine Wahl ist, wie ich das ganze betrachte und wie schwer oder leicht ich es nehme. Es gelingt mir eben nicht immer, es leicht zu nehmen, deshalb habe ich hier rein geschrieben, um vielleicht ein paar Hinweise zu bekommen wie ihr mit ähnlichen Situationen umgeht bzw. um mir einfach bewusst machen zu können, dass die meisten von uns sich mit dem einen oder anderen herumschlagen und ich wirklich nicht den Anspruch zu haben brauche, perfekt zu sein, bevor ich Mutter werde (dachte das übrigens auch bevor ich eine "richtige" Beziehung eingehen wollte - dann ist es mir doch passiert (bevor ich perfekt war :mad: ) und nun sind wir verheiratet und bekommen sogar ein Kind miteinander ohne, dass die Welt untergeht ;) )

Danke übrigens für die kleinen Tips, werde sie beherzigen - kleine Schritte, große Wirkung :cool:

Liebe Grüße

Yasmin

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