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Was lange wehrt..... Lucas spontane Entscheidung

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barbia
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Nachdem ich nun schon seit 13 Monaten Mutter bin, möchte ich euch gerne erzählen wie die Geburt meines Sohnes war....

19.07.2006

Nachdem ich nun schon 9 Tage in der Klinik, wegen Schwangerschaftsvergiftung, bin und sich nach 4 Einleitungsversuchen sich bisher nichts getan hat, wurde ich heute nochmals untersucht.

Tja, das Ergebnis war nicht so berauschend. Muttermund hat sich wieder geschlossen, der Gebärmutterhals baute sich wieder auf und unser Kind war wieder hoch gerutscht. Das alles wurde im Ultraschall schon festgestellt, der Tastbefund bestätigte dies dann auch noch mal. Die Ärztin die mich untersuchte, den Muttermund abtastete, was mir sehr wehtat, warum erfuhr ich viel später, sprach dann schon bald vom Kaiserschnitt. Die Ärztin erklärte am nächsten Tag, nachdem mein Sohn endlich in meinen Armen lag, dass sie bei der Untersuchung den Muttermund massierte um zu testen ob sich nicht doch was von alleine tut. Obwohl man mich ja lieber noch mal nach Hause schicken wollte, beschlossen wir am nächsten Morgen den Termin für den Kaiserschnitt festzulegen. Mir konnte man nämlich nicht garantieren, dass nach ein paar Tage zuwarten, die Geburt natürlich von statten gehen würde. Ich bekam also die üblichen Unterlagen mit und man sagte mir, dass ein Anästhesist sich noch im Laufe des Nachmittags bei mir vorbei schauen würde.

Dann saß ich wieder in meinem Zimmer und wartete, auf den Anästhesisten und auf meinen Mann. Beide kamen fast gleichzeitig. Ich wurde über die Risiken eines Kaiserschnitts unter Spinalanästhesie aufgeklärt. Schon während ich wartete und dann aufgeklärt wurde, bekam ich, wie sich später herausstellte, die ersten Wehen. Noch war es so als ob ich meine Periode bekommen würde, tat also nicht weh.

Mit der Zeit fiel mir das Sitzen aber immer schwerer und mein Mann und ich gingen spazieren. Hier merkte ich, dass ich immer mal wieder stehen bleiben musste, weil die Schmerzen zunahmen. Aber so richtig habe ich noch nicht daran geglaubt, dass es losgeht. Schließlich tat sich ja bei den ganzen Einleitungsversuchen auch nie was.

Später am Abend, es war so gegen 22:00 Uhr, mein Mann, war schon zu Hause, kam dann die Diensthabende Hebamme um mich für den geplanten Kaiserschnitt vorzubereiten und um noch mal ein CTG zu schreiben. Ihr gegenüber äußerte ich zum ersten Mal den Verdacht, dass ich Wehen hätte, da ich im 6 Minuten-Abstand mensartigen Ziehen hätte.

Im Kreißsaal angekommen wurde ich erstmal untersucht und siehe da, Muttermund auf 2cm, Gebärmutterhals verstrichen. Trotz des Befundes wurde ich auf den Kaiserschnitt vorbereitet, also rasiert und mit einem Einlauf versehen. Wir machten dann noch ein CTG und siehe da, im Abstand von 5 Minuten zeigten sich richtig schöne Wehen. Trotzdem durfte ich meinen Mann noch nicht anrufen. Erstmal wurde ich gefragt, ob wir die Wehen weiter unterstützen wollen oder ob ich den vereinbarten Kaiserschnitttermin wahrnehmen möchte. Was für eine Frage! Ich bekam dann erstmal ein paar homöopathische Kügelchen, welche die Wehen weiter unterstützen sollten und so die Geburt vorantreiben sollten. Was sie auch taten. Mit der Bitte zwischen Mitternacht und 0:30 Uhr wieder im Kreißsaal zu erscheinen, wurde ich dann wieder auf mein Zimmer geschickt. „Es dauert jetzt noch" waren die Worte der Hebamme. Also gut, zurück ins Zimmer, schließlich wartet dort ein spannendes Buch auf mich.

Wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch gedacht habe, ich könnte nun entspannt lesen, wurde ich innerhalb von 10min eines besseren belehrt. Waren die Wehen vorher schon schmerzhaft, wurden sie nun richtig fies. Aber ich war noch tapfer und blieb in meinem Zimmer. Ich ging zwar auf und ab und immer wieder im Kreis, aber in den Kreißsaal wollte und sollte ich noch nicht zurück.

20.07.2006

Kurz nach Mitternacht ging es nicht mehr, ich ging in den Kreißsaal. Dort angekommen, wurde ich direkt untersucht. Innerhalb von 2 Stunden hatte sich der Muttermund auf 6cm geöffnet. Nun durfte ich endlich meinen Mann anrufen. Der hat natürlich gedacht ich will ihn nun komplett verrückt machen, als ich ihm am Telefon sagte, er möge doch bitte in den Kreißsaal komme ich bekomme heute unseren Sohn. Während ich meinem Mann am Telefon erklärte er solle herkommen, rief die Hebamme das Anästhesie-Team. Ich wollte eine PDA, dafür hatte ich mich schon sehr früh entschieden. Mein Mann und das Anästhesie-Team trafen zeitgleich ein. Während die PDA gelegt wurde, durfte mein Mann nicht dabei sein.

Das Legen der PDA war nicht so toll. Es ist auch nicht so einfach unter Wehen und mit dickem Bauch einen runden Rücken zu machen. Schließlich hat die Anästhesistin es doch geschafft, nach mehrmaligem Stechen, und die PDA begann zu wirken. Es war jetzt 01:00 Uhr nachts und es war trotz Klimaanlage, Ventilator und Durchzug unerträglich warm im Kreißsaal. Da die PDA mir die Wehenspitzen nahm, konnte ich richtig schön entspannen und die Wehen schön veratmen. Zwischendurch bin ich immer wieder eingeschlafen, so entspannt war ich. Alle halbe Stunden kam die Hebamme und untersuchte mich. Immer war der Muttermund ein Stück weiter auf und die Geburt also im vollen Gange. Die Diensthabende Ärztin schaute auch immer mal wieder rein. Sie scherzte noch kurz, dass sie am Morgen, bei der Übergabe von meinem geplatzten OP-Termin erzählt, so optimistisch war sie.

3:00 Uhr morgens, die Hebamme kam noch mal um mich zu untersuchen. Bei der letzen Untersuchung war ich ja erst auf 8cm auf, daher rechnete ich auch nicht mit dem was dann kam. Sie untersuchte mich also und war selber erstaunt. „10cm auf", sagte sie „es geht los, ich informier jetzt die Ärztin und dann kann ihr Kind kommen". 15min später wurden die Wehen auch schon heftiger, aber es waren noch keine Presswehen. Die PDA wurde noch mal nachgelegt, also das Betäubungsmittel. Dann meinte die Hebamme plötzlich, nachdem sie ein paar Minuten lang, das CTG kontrolliert hatte, bereiten wir uns auf den Endspurt vor. Sie erklärt mir, wie ich mich hinlegen soll und wie ich meine Beine zur Unterstützung anwinkeln soll. Direkt nach der Erklärung ging es auch schon los. Ich merkte wie sich die Wehen veränderten und wie der Druck nach unten immer stärker wurde. Ich hatte ganz plötzlich das Gefühl ich müsste dringend aufs Klo.

Dann sollte ich auch schon pressen. Zuerst traute ich mich nicht so, schließlich dachte ich ja ich muss aufs Klo. Mein Mann half mir beim Pressen. Er unterstützte mich indem er meinen Kopf hielt. Das Pressen war ziemlich anstrengend, vor allem weil man zwischendurch nicht so Luftholen kann. Nach 6-7 Presswehen rief die Hebamme, um 04:02 Uhr, „da ist ihr Baby" und ich war unendlich erleichtert. War schon ein komisches Gefühl, wie mein Schatz da so aus mir rausflutschte. Endlich war er da, endlich konnten wir ihn sehen, endlich können wir ihn in unsere Arme schließen.

Mein Sohn wurde mir direkt auf meine Brust gelegt und mir liefen die Tränen. Ich konnte nur noch stammeln und keinen graden Satz herausbringen. Mein Mann wischte sich verlegen ein paar Tränchen weg und bekam dann die ehrenvolle Aufgabe die Nabelschnur zu durchtrennen.

Die Nachgeburt kam auch ziemlich schnell. Ich hab sie mir sogar angeschaut. Dann wurde ich noch schnell untersucht und dabei wurde festgestellt, dass ich genäht werden muss. Nein, kein Dammriss, viel besser. Meine Schamlippen auf der linken Seite waren aufgekratzt. Ja richtig gelesen, aufgekratzt. Wie? Das frag ich mich heute noch. Mein Sohn hatte seine eine Hand am Kopf als er durch den Geburtskanal kam. Und so kleine Finger haben ganz scharfe Fingernägel. Das Nähen dauerte fast länger als die Presswehen, hatte ich den Eindruck. Aber es sollte ja gut werden.

Dann durften wir endlich unsere Dreisamkeit genießen. Mein Mann brauchte aber erstmal eine kleine Zigarettenpause. In der Zeit hat er erstmal seine Mutter angerufen und so ca. 50SMS versendet.

Um 06:00 Uhr morgens war ich dann wieder im Zimmer und rief selber erstmal meine Mutter an. Schließlich dachten ja alle, ich würde um 08:00 Uhr auf dem OP-Tisch liegen.

Alles in allem war es eine sehr schöne, entspannte Geburt und wer weiß, vielleicht gibt es doch ein Geschwisterchen für unseren Lucas Valentin.

LG Bianca

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